Gewerkschaft der Eisenbahner zu geplatztem Vorstandstermin

Um- und Neuorganisationen aus politischen Gründen werden von der Gewerkschaft abgelehnt

Wien (GdE/ÖGB). Das heute überraschend - und aus fadenscheinigen Gründen - abgesagte Gipfelgespräch zwischen Infrastrukturministerin Monika Forstinger (F) und dem ÖBB-Vorstand stößt auf heftige Kritik in der Eisenbahnergewerkschaft. Für GdE-Vorsitzenden Wilhelm Haberzettl ist "diese Vorgangsweise ein neuerlicher Beweis, dass kein Wille und schon gar keine Bereitschaft zu einem Dialog seitens der Regierung und deren Mitglieder besteht".++++

"Dass wir Vertreter der Arbeitnehmerseite von jeglichen Gesprächen von Anfang an ausgeschlossen wurden und werden, ist seit Regierungsantritt ohnehin schon an der Tagesordnung" so der GdE-Vorsitzende weiter. "Jetzt aber wird auch bald der Arbeitgeberseite das Lachen vergehen."

Haberzettl führt weiter aus: "Heute hat sich wieder gezeigt, dass das Angebot zu einem Dialog mit der Regierung nichts wert ist, wenn es um die Durchsetzung der eigenen, beinharten Regierungsinteressen geht. Da wird einerseits ein Gipfelgespräch mit den verantwortlichen Managern zum Thema ‚Struktur der Bahn‘ angekündigt und dann kurzfristig abgesagt, und gleichzeitig wird von den Ministern Bartenstein und Molterer eine Arbeitsgruppe mit der Erarbeitung neuer Strukturen bei den ÖBB beauftragt. Diese Arbeitsgruppe wird wohl kaum das gleiche Fachwissen haben, wie jene, die heute vor der Türe stehen gelassen wurden", so Haberzettl. Die Regierung - als Eigentümer wohlgemerkt - betreibt mit dieser Vorgangsweise eine irreparable Rufschädigung des eigenen Unternehmens ÖBB.

Interessant wäre es für den Gewerkschaftsvorsitzenden zu wissen, "ob sich der Umweltminister mit gleichem Elan der Erreichung der Umweltvorgaben durch die Klimakonferenz widmet, wie der Zerschlagung der ÖBB". Immerhin hat Österreich das Ziel der Umweltwerte um acht Prozent verfehlt, die Hauptursache dafür sind die Verkehrsträger. Die GdE fordert daher im Sinne der Umwelt eine verantwortungsbewusste Unternehmens- und Verkehrspolitik mit dem Ziel, faire Wettbewerbsrahmenbedingungen zu schaffen. Der erste Fehltritt der neuen Verkehrpolitik ist die Verschiebung des Road Pricing auf 2003.

Abgelehnt werden von der Eisenbahnergewerkschaft Um- und Neuorganisationen aus politischen Gründen. "Die Schaffung von Versorgungsposten für blauschwarze Politgünstlinge wird von der GdE nicht nur aufgezeigt, sondern auch mit allen Mitteln bekämpft werden!", schloss der GdE-Vorsitzende. (lu)

ÖGB, 18. Jänner 2001
Nr. 036

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Sylvia Reiss
Tel.: 0664/ 54 21 616

Gewerkschaft der Eisenbahner/Presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB