Leitl: Zu Reformen gibt es keine Alternative

Reform der Kammerorganisation, Erneuerung der Sozialpartnerschaft und stärkere Interessensvertretung in Brüssel als nächste Ziele

Wien (PWK030) - Die Fortsetzung der inneren Reform der Wirtschaftskammer in Richtung einer effektiveren und schlankeren Organisation, die Erneuerung der österreichischen Sozialpartnerschaft sowie die stärkere Vertretung der heimischen Interessen auf europäischer Ebene bezeichnete Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl Mittwoch Abend in einem Referat vor dem Jahreskongress der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) in Maurach am Achensee als wichtigste Anliegen der nächsten Monate.

"Zu den Reformen, die wir uns vorgenommen haben, gibt es keine Alternative. Wir hätten sonst jede Legitimität verloren, Reformen von anderen einzufordern. Es ist dies unser Prüfstein aufzuzeigen, wie es geht: von der Schaffung von Kompetenzzentren und Clustern bis zum Einsatz sinnvoller neuer Technologien", führte Leitl aus. Als Endergebnis der Reformen werde sich die Kammer, bei gleichzeitiger Stärkung der Substanz, völlig neu strukturiert präsentieren. Die angekündigte Senkung der Mitgliedsbeiträge um 30 Prozent werde für alle gelten, wobei mit dem Hauptteil der Senkung ab 1. 1.2002 zu rechnen ist, kündigte der WKÖ-Präsident an. Inzwischen werde die interne Organisationsentwicklung fortgesetzt. Operative Arbeitsgruppen, die mit engagierten Mitarbeitern besetzt sind, präsentieren bis zum kommenden Sommer ihre Vorschläge.

Die Erneuerung der Sozialpartnerschaft sei als langfristige Perspektive zu sehen und gebe der Wirtschaft die Möglichkeit, ihre Kompetenz zu nützen. "Wir können in einer neuen, modernen Form der Partnerschaft mit unserer Regierung leben, wenn wir unsere Praxisorientierung und langfristigen Perspektiven einbringen", meinte der Kammer-Chef. Eine geänderte Einstellung könne er auch beim anderen Sozialpartner beobachten. Die Gewerkschaft sei stärker als früher bereit, auf Veränderungen mit aktiven Strategien zu reagieren.

Als wichtiges Reformvorhaben bezeichnete Leitl die Sicherung des Pensionssystems im Sinn einer langfristigen Vorsorge ("das jetzige System geht von einer Bewertungspyramide aus, die es schon längst nicht mehr gibt") auf der Grundlage des Drei-Säulen-Modells. Dabei sei von möglichst großer Wahlfreiheit für den einzelnen auszugehen. Weitere wichtige Reformpunkte betreffen die Frage der Öffnungszeiten oder die Schaffung eines modernen Zugangs zum Gewerbe.

Ein besonderes Anliegen sei es ihm, die Präsenz der Wirtschaft auf der europäischen Ebene zu verstärken: "Dort fallen die wichtigsten Entscheidungen. Selbstverständlich können und müssen wir da unseren Einfluss vermehrt geltend machen, um österreichische Anliegen zu vertreten". In den nächsten fünf Jahren werde es sehr stark auch um die Erweiterung der Union gehen, die vitale Interessen unseres Landes betrifft. Wenn es gelingt, die anfallenden Probleme zu lösen, "dann haben wir auch die volle Akzeptanz der Bevölkerung", ist Leitl überzeugt.

Die Erweiterung biete die historische Chance, die gewaltsam abgeschnittenen Fäden einer intensiven Verbindung zum östlichen Mitteleuropa wieder aufzunehmen und zusammenzufügen. Im Übrigen lebe die Wirtschaft diese Erweiterung schon vor. Die Exporte in die Erweiterungsländer stiegen allein im Jahr 2000 um 26 Prozent. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs wurden in Österreich durch Exporte nach Mittel- und Osteuropa 30.000 Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen. Der bereits realisierten neutralen Öffnung Österreichs zum Westen werde künftig auch eine Öffnung nach Osten folgen müssen. Dies werde der Position Österreichs eine neue Qualität verleihen. (hp)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4363
Fax: (01) 50105-263
e-mail: presse@wkoe.wk.or.at
http://www.wko.at/Presse

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK