Bundesarchitektenkammer kritisiert Architekturfeindlichkeit der Infrastrukturministerin

Präsident Scheifinger: "Skandalöse Aussagen Forstingers zu Bahnhofsoffensive"

Wien (OTS) - Als skandalös bezeichnete heute der Präsident der Bundesarchitektenkammer, Peter Scheifinger, die Aussagen von Infrastrukturministerin Monika Forstinger in Zusammenhang mit deren kolportierter Stornierung der Bahnhofsoffensive der ÖBB.

"Wenn eine Infrastrukturministerin den dringend notwendigen Umbau von österreichischen Bahnhöfen als 'architektonische Profilierungswünsche auf Kosten der Steuerzahler' abqualifiziert, so bedarf dies keines weiteren Kommmentars. Wer dies wirklich so meint, ist eindeutig von seinem Amt überfordert", sagte Scheifinger.

Tatsächlich sei die Bahnofsoffensive der ÖBB als Impulsgeber nicht nur für die Bahn, sondern auch für ganze Stadtgebiete von immenser Bedeutung, erklärte der Präsident. Es gehe um den Ausbau von städtischer Infrastruktur, um die Belebung und Attraktivierung von Stadtgebieten für Investoren und vor allem für die Menschen, sagte Scheifinger. Die Öffentliche Hand trage hier eine besondere Verantwortung, positive Akzente zu setzen, und die Bedingungen für eine Finanzierung zu gewährleisten. "Wer dies als Infrastrukturministerin nicht erkennt, ist eigentlich fehl am Platz", so Peter Scheifinger.

"Besonders absurd" wertete Scheifinger den Vorschlag Forstingers, anstelle der wichtigen Revitalisierungen der österreichischen Bahnhöfe, die Adaptierung von Sanitäranlagen vorzunehmen. Überall sonst in der EU hätte die Politik die Bedeutung der architektonischen Revitalisierung von Bahnhöfen für das Umfeld erkannt. In Österreich konzentrierten sich die verantwortlichen Politiker offensichtlich lieber auf die Reparatur von Toilettenanlagen, kritisierte Präsident Scheifinger.

Es sei zu hoffen, dass Forstingers diesbezügliche Äußerungen nicht ernst gemeint waren. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine österreichische Infrastrukturministerin als Alternative für eine großangelegte architektonisch durchdachte Bahnhofsoffensive die Renovierung von Toiletten in Aussicht stellt", so Scheifinger. Durch derartige Vorschläge würde Forstinger ihr Amt vernachlässigen und die Bahnhofsoffensive zu lächerlichen Maßnahmen verkommen lassen, kritisierte Scheifinger.

"Um eventuelle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, und vor allem die Sensibilität der Infrastrukturministerin für Architektur und Baukultur zu schärfen, stehe ich als Präsident der Architektenkammer jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung", so Peter Scheifinger abschließend.

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