Ärztekammer will Patienten Maulkorb anlegen!

Linz (AKO) Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Geldern der Versicherten ist für die Gebietskrankenkasse selbstverständlich. Leider verrechnen einzelne Ärzte mit der GKK auch Leistungen, die sie nicht erbracht haben. Statt sich von den schwarzen Schafen zu distanzieren, rät die Ärztekammer den Patienten, entsprechende Nachfragen der Krankenkasse zu boykottieren.

Eine Plakataktion in Ärztepraxen hat unter vielen Versicherten Verwunderung ausgelöst: "Sie müssen nicht alles von der GKK schlucken!", lässt die Ärztekammer die Patienten wissen und fordert sie unverblümt auf, Erinnerungslücken vorzuschützen: "Beantworten Sie peinliche Fragen der Kasse ruhig mit ‚weiß nicht mehr’!"

Hinter dieser Aktion steht offenbar der Ärger von Ärztekammer-Funktionären über die Patientenbefragung der Gebietskrankenkasse. Es kommt nämlich immer wieder vor, dass Ärzte mit der Krankenkasse Leistungen verrechnen, die sich nicht in diesem Umfang erbracht haben. Die Krankenkasse zahlt dann aus den Beiträgen ihrer Versicherten Ärztehonorare, denen keine entsprechende Gegenleistung zugrunde liegt.

Bei ungewöhnlichen Häufungen lässt die Gebietskrankenkasse deshalb beim Patienten nachfragen, ob die verrechneten Leistungen auch tatsächlich erbracht wurden. "Das ist nicht nur ihr Recht, sondern sogar ihre Pflicht", meint dazu Arbeiterkammer-Präsident Hubert Wipplinger, der als Arbeitnehmer-Vertreter im Vorstand der OÖGKK sitzt.

"Ich bin davon überzeugt, dass betrügerische Ärzte einer verschwindenden Minderheit angehören", so Wipplinger. Doch wenn sich die Ärztekammer von den wenigen schwarzen Schafen nicht distanziere, riskiere sie das gute Image eines gesamten Berufsstandes. "Gerade jetzt, wo auf dem Rücken der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gravierende Einsparungen im Gesundheitswesen vorgenommen werden, ist es besonders verwerflich, wenn sich überdurchschnittlich Wohlhabende aus den sozialen Kassen bereichern", betont der AK-Präsident.

Mit einem Schreiben an alle Betriebsräte und Personalvertreter klärt die Arbeiterkammer jetzt ihre Mitglieder über die wahren Hintergründe der seltsamen Plakataktion auf.

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