"Neue Zeit Kommentar": "Abschuss" von Peter Kolb

Ausgabe vom 18.1. 2001

Graz - (OTS) Der letzte Akt in der Causa Michael Schmid ist zu Ende. Geht es nach ihm selbst, wird er zu der Sache nicht mehr Stellung nehmen, wie er gestern erklärte. Und die FPÖ-Spitze, froh, das unliebsame Thema losgeworden zu sein, wird dies auch nicht tun. Schmid hat jedenfalls die Konsequenzen daraus gezogen, dass zwar nach den Parteistatuten das Recht auf seiner Seite war, in der Partei selbst aber niemand mehr so richtig zu ihm stehen wollte. Dass selbst das offensichtliche Abrücken seines politischen Vorbildes und Freundes, Jörg Haider, Schmid nicht zur Kritik an der FPÖ bewegte, mag für ihn sprechen. Wie übrigens auch für Magda Jost-Bleckmann, der im Landtagswahlkampf von der Bundesparteispitze übel mitgespielt worden war. Jener Parteispitze, der Schmid bis zu seinem Rücktritt als Minister selbst angehört hatte.

Nun musste der Ex-Landesrat, der die FPÖ in der Steiermark von der dahindümpelnden Kleingruppierung zur Regierungspartei gemacht hatte, selbst zur Kenntnis nehmen, dass sich die immer noch auf Jörg Haider ausgerichtete Partei keinen Deut um Verdienste schert. Der Verstoß gegen die eigenen Parteistatuten mag noch das geringste Problem für die FPÖ-Funktionäre sein. Doch dass die Parteiführung nicht einen politischen Gegner, sondern einen aus den eigenen Reihen, einen Ex-Minister gar, "hinrichtet", wie Schmid es nennt, sollte jedem bei den Freiheitlichen zu denken geben. Und es ist kein Einzelfall. Bei keiner anderen Partei pflastern derart viele politische Leichen den Weg des Aufstiegs zur Regierungspartei.

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