"Kleine Zeitung" Kommentar: "Schießhunde" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 18.1.2001

Graz (OTS)- Mit dem Austritt aus der Partei ist Michael Schmid seinem Ausschluss zuvorgekommen. Er wollte nicht "als Schießbudenfigur an der öffentlichen Hinrichtung teilnehmen". Der dienstälteste Landesobmann der FPÖ ersparte sich damit die Demütigung des Hinauswurfs durch ein Umlaufverfahren.

Ein Opferlamm ist er dennoch nicht. Schmid, der bereits den Anspruch auf eine Landesratspension ab 60 erworben hatte, konnte nicht schlüssig begründen, dass er mit seinem Wechsel nach Wien zwingend für die günstigere Regel der Ministerpension mit 55 optieren musste. Die Unterhaltsverpflichtung reichte dafür wohl nicht aus.

Die Erleichterung der Hinterbliebenen, dass sich der Sündenbock in die Wüste abgesetzt hat, wird nur von kurzer Dauer sein. Der Fall Schmid war ein Versagen der Führung. Dass die Vizekanzlerin nachträglich das Parteigericht anrief, erhöhte weder ihre Glaubwürdigkeit noch jene der Partei.

Vor allem muss die FPÖ darauf gefasst sein, dass bald die nächste Affäre platzt. Die Selbstbegrenzung der blauen Politiker auf 60.000 Schilling netto war mangels detaillierter und transparenter Bestimmungen von Anfang an eine windige Sache. Lügen haben kurze Beine.

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