Pittermann stellt Herz-Kreislauf-Präventionsprogramm vor

Wien, (OTS) "Mit dem Programm "Ein Herz für Wien" im Rahmen des "Wiener Gesundheitsförderungsprogramms 2000" organisiert die Stadt Wien ein umfassendes Herz-Kreislauf-Präventionsprogramm", erklärte am Mittwoch Wiens Gesundheitstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann im Rahmen einer Pressekonferenz. "Wir tragen damit der spezifischen Situation in Wien Rechnung, die aufgrund vielfältiger Ursachen von einem erhöhten Risiko im Bereich Herz/Kreislauf gekennzeichnet ist", betonte die Gesundheitspolitikerin. "Dieses Programm ist deshalb auch eine Kampfansage an die vielfältigen Formen von Herz-Kreislauferkrankungen, die nach wie vor "Killer Nummer Eins"
sind." Das jetzt gestartete Präventionprogramm sei die logische Ergänzung zu den schon jetzt bestehenden therapeutischen Einrichtungen, die besonders in Wien Weltniveau haben und allen Menschen, unabhängig von ihrem sozialen Status zur Verfügung stehen.

Sowohl ausführliche Information zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch Aktionen im öffentlichen Raum und im täglichen Leben der Wiener und Wienerinnen sollen dabei helfen,
ein verstärktes Bewusstsein zu schaffen, Risikofaktoren zu verringern und die Zahl an Herzkrankheiten zu vermindern.****

Aktionen für ein gesundes Wiener Herz

Den Auftakt zum Programm "Ein Herz für Wien" setzen

o die Informationsbroschüre "Mein Herz - Ein persönlicher Ratgeber",
o die Homepage - www.wien.at/herz/
o sowie zwei Großveranstaltungen im Wiener Rathaus, zu denen die

Stadt Wien herzlich einlädt:
1. Wiener HerzEnquete, am 24. Jänner, und
1. Wiener HerzInfoTag, am 25. Jänner.

Bei der 1. Wiener HerzEnquete für das Fachpublikum am Mittwoch, dem 24. Jänner, ab 13.30 Uhr, in der Volkshalle, im
neuen Rathaus Wien, referieren namhafte österreichische
ExpertInnen zum Thema Herz-Kreislauf-Prävention. Schwerpunkte dieser Fachveranstaltung sind die zukünftige Entwicklung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Wien, klassische und "neue"
Risikofaktoren für die Atherosklerose, die neuesten Ernährungsrichtlinien sowie aktuelle Entwicklungen in der Prävention und Therapie der Nikotinabhängigkeit.

Der 1. Wiener HerzInfoTag

Am Donnerstag, dem 25. Jänner, lädt die Stadt Wien ab 10 Uhr alle Wienerinnen und Wiener zum 1. Wiener HerzInfoTag ins Rathaus ein. Namhafte ExpertInnen referieren über Herz-Kreislauf-System, Ernährung, Bewegung, Stress, Rauchen, Ältere und Männer & Frauen und beantworten Fragen aus dem Publikum.

Neben zahlreichen Informationsangeboten bietet das
umfangreiche Rahmenprogramm auch die Möglichkeit, seinen Blutdruck oder seinen Cholesterinspiegel messen zu lassen. In
Beratungscorners stehen ExpertInnen für ein persönliches Gespräch zu den Themen Ernährung, Rauchen, Bewegung, Bluthochdruck etc. zur Verfügung. Gewinnspiele locken mit Blutdruckmessgeräten und Blutdruckdetektive regen in einer unterhaltsamen Show zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Blutdruck an. Bei den Bewegungsangeboten vor Ort können die Wienerinnen und Wiener
gleich erleben, wie gut Bewegung tut. Schließlich werden prominente Persönlichkeiten über das Thema "Herz" diskutieren.

Sowohl am 24. als auch am 25. Jänner haben Kinder im Rahmen einer kostenlosen Kinderbetreuung die Möglichkeit, unter dem Motto "Hab' Sonne im Herzen" zu malen und zu basteln.

Nach dem HerzInfoTag geht es weiter

Der HerzInfoTag ist der Startschuss für das Programm "Ein
Herz für Wien", dem in den nächsten Jahren viele weitere Aktivitäten rund um’s Herz folgen sollen. Konkrete Projekte, die bereits in Vorbereitung sind:

o Gesundheitsförderung für ältere Menschen: Vorträge werden durch

praktische Übungen (z.B.: Tanztherapie, Sirtaki Tanz, Tai Chi oder

Qi Gong, Herz-Kreislaufgymnastik) ergänzt
o Schwerpunkt betriebliche Gesundheitsförderung: z.B.:

Blutdruckscreening, Wettbewerbe, Gesundheitsplattformen
o Schwerpunkt Bewegung: Die Bevölkerung soll dazu animiert werden,

Bewegung in den Alltag zu integrieren. Bewusstsein soll
geschaffen

werden, dass alltägliche Wege, z.B. in die Arbeit oder Schule, auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können.

Epidemiologie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Grundlage für die Aktionen im Rahmen des Programms "Ein Herz für Wien" war eine umfassende Analyse der Situation in Wien, die nun in den "Statistischen Mitteilungen zur Gesundheit in Wien" veröffentlicht wurde. Neben einer detaillierten epidemiologischen Darstellung der Verbreitung von Herz-Kreislauferkrankungen wurden regionale und zeitliche Vergleiche angestellt, Risikofaktoren beschrieben, aber auch Präventionsstrategien und bereits in
anderen Ländern erfolgreich durchgeführte Präventionsprogramme skizziert.

Häufigste Todesursache

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind europaweit die häufigste Todesursache. In Wien ist ihr Anteil mit 56 Prozent aller Todesfälle besonders hoch. Zum Vergleich: auf die zweithäufigste Todesursache - Krebserkrankungen - ist in Wien nur etwa jeder
vierte Todesfall (23%) zurückzuführen.

Ost-West-Gefälle

In Wien sind 1999 etwa 10.200 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestorben, das sind 56 Prozent aller Todesfälle. Österreichweit sind "nur" 52,5 Prozent aller Todesfälle (43.500) auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Die Bundesländer Vorarlberg und Tirol liegen rund 15 Prozent unter dem österreichischen Durchschnitt. Generell zeigt sich bei regionaler Betrachtung ein deutliches Ost-West-Gefälle, wobei das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, in Wien am größten ist. Von allen großen Landeshauptstädten weist lediglich Wien eine überdurchschnittliche Herz-Kreislauf-Mortalität auf.

Positiver Trend

Trotz dieser alarmierenden Zahlen lässt sich ein positiver Trend in den letzten 20 Jahren ablesen: Zwischen 1980 und 1999 ist in Wien insgesamt ein deutlicher Rückgang der altersstandardisierten Gesamtmortalität zu verzeichnen. Dies äußert sich unter anderem in einem Abfall der mit Abstand häufigsten Todesursache, der Herz-Kreislauf-Erkrankung, wobei der Rückgang mit minus 35 Prozent ein beträchtlich höheres Ausmaß annimmt als bei anderen Todesursachen: Während 1980 auf 100.000 Einwohner 580 Todesfälle auf Grund von Herz-Kreislauferkrankungen kamen, waren es 1999 nur mehr 376 Todesfälle.

Männerherzen - Frauenherzen

Bezüglich der Mortalität zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede in den einzelnen Altersgruppen. So versterben Männer deutlich häufiger in jüngeren Jahren als Frauen. Bedingt durch die höhere Lebenserwartung ist der prozentuelle Anteil der Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei verstorbenen Frauen mit 61 Prozent wesentlich größer als jener bei den Männern (50 Prozent). Die häufigste Todesursache aus der Gruppe der Herzkrankheiten sind bei Frauen ischämische Herzerkrankungen (29 Prozent) und bei Männern der akute Myokardinfarkt (Herzinfarkt) mit 38 Prozent.

Vergleich der Bezirke

Auch in Wien bestehen deutliche regionale Unterschiede. So
ist in den Bezirken 10, 15, 16 und 20 bei den Wiener Männern die Mortalität signifikant höher als im Durchschnitt. Bei den Frauen verhält es sich im 10., 11., und 12. Bezirk ähnlich (Wiener Gesundheitsbericht 2000).

Risikofaktoren

Die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eng mit
dem Lebensstil der Betroffenen verbunden. Etwa die Hälfte dieser Krankheiten wird durch Risikofaktoren wie Rauchen, hoher
Blutdruck, überhöhte Cholesterinwerte, ungesunde Ernährung, Übergewicht, exzessiver Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und Stress verursacht.
96 Prozent der Personen zwischen dem 55. und 74. Lebensjahr haben mindestens einen oder mehrere Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen. Die Risikofaktoren hängen vorwiegend mit
dem - von der sozialen und kulturellen Umwelt beeinflussten -Lebensstil zusammen, was die regionalen Unterschiede zwischen den einzelnen Wiener Bezirken erklären könnte.

Prävention kann etwas verändern

Präventionsprogramme zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Risikofaktoren sind machbare und kosteneffektive Wege, um die Herz-Kreislauf-Mortalität zu senken und Behinderungen durch diese Erkrankungen zu reduzieren. Erfolgreiche Beispiele für solche Präventionsprogramme wurden in Kanada und Finnland bereits umgesetzt. In Kanada konnte etwa die Herz-Kreislauf-Mortalität von über 50 auf 37 Prozent reduziert werden. Für die WHO hat die Implementierung dieser Programme höchste gesundheitspolitische Priorität. Das Konzept des Herz-Kreislaufpräventionsprogramms "Ein Herz für Wien" orientiert sich an den Strategien und Zielen des "Wiener Gesundheitsförderungsprogramms 2000" und an den international erfolgreichen Präventionsprogrammen. (Schluss) nk

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