Milchanlieferung: AMA erwartet hohe Zusatzabgabe

Quoten bis Jahresende 2000 um 4,4 % überschritten

Wien, 17. Jänner 2001 (AIZ). - Die Milchanlieferungen der österreichischen Landwirte haben sich auch in den letzten Wochen des Jahres 2000 nicht nennenswert verringert, sie überschritten im Dezember das Vorjahresniveau um (voraussichtlich) 6,9 %. Damit hielt der Trend der Quotenüberlieferung weiter an. Insgesamt wurden nach vorläufigen Angaben der Agrarmarkt Austria vom 1. April 2000 (Beginn des Milchquotenjahres 2000/01) bis Ende Dezember 2,022.298 t Milch an die Abnehmer geliefert. Die mit der A-Quote vergleichbare fettkorrigierte Anlieferung beträgt 2,065.980 t. Sie lag damit um 86.577 t, das sind 4,4 %, über der Quotenlinie. Damit muss laut AMA auf jeden Fall mit einer Zusatzabgabe wegen Quotenüberschreitung gerechnet werden. Auch im günstigsten Fall, also wenn die Anlieferung in den Monaten Jänner bis März noch spürbar verringert werden sollte, dürften auf die überliefernden Bauern hohe Abzüge vom Milchgeld durch die "Superabgabe" zukommen. ****

Für das laufende Milchquotenjahr 2000/01 steht in Österreich gemäß Verordnung der EU eine Anlieferungs-Garantiemenge von 2,563.309 t zur Verfügung. Ein Teil der im Vorjahr durchgeführten Umwandlungen von D-Quoten in Anlieferungs-Referenzmengen waren nur befristet, und diese Mengen stehen daher erst nach neuerlicher Antragstellung und Genehmigung wieder zur Verfügung. Die Anträge konnten bis 31. Dezember 2000 gestellt werden, insgesamt wurden 9.550 Anträge eingereicht. Bei der AMA schätzt man die Höhe der Umwandlungen auf knapp 46.700 t, daraus ergibt sich eine verfügbare Anlieferungs-Referenzmenge für 2000/2001 von 2,61 Mio. t. Diese Menge dürfte nach bisherigen Berechnungen der AMA auf jeden Fall überschritten werden.

Drei Szenarien für Höhe der Zusatzabgabe

Wie hoch diese Überschreitung bis Ende des laufenden Quotenjahres (31. März 2001) ausfallen wird, darüber wurden im jüngsten "Milchbarometer" der AMA entsprechende Varianten durchgerechnet. Für die zukünftige Entwicklung sind demnach drei Szenarien denkbar:

Bei der (ungünstigsten) Variante 1 geht man von einer linearen Fortschreibung der im November und Dezember realisierten höheren Anlieferungen gegenüber dem Vorjahr aus. Unter Zugrundelegung dieser 7 %-igen Anlieferungssteigerung für die Monate Jänner bis März 2001 errechnet sich eine Milchliefermenge von 679.000 t, das ergibt für das gesamte Quotenjahr insgesamt 2,701.095 t Anlieferung. Wegen der hohen Anlieferungswerte nimmt die AMA für diese Variante einen um 0,01 % verminderten Fettgehalt der Anlieferungsmilch an.

Bei dieser Variante würde sich demnach eine fettkorrigierte Anlieferung von 2,755.000 t und - bei einer verfügbaren Referenzmenge von 2.610.000 t - eine saldierte Überlieferung im Umfang von 145.000 t ergeben. Multipliziert mit ATS 4,90/kg Milch würde daraus eine Zusatzabgabe von ATS 710 Mio. resultieren. Nach Berechnungen der AMA-Experten würde dies auch im günstigsten Fall (bei einer hohen einzelbetrieblichen Unterlieferung) eine indivi-duelle Belastung der Landwirte von mehr als ATS 2,50/kg überlieferter Milch bedeuten.

Im günstigen Fall ATS 588 Mio. Zusatzabgabe

Bei der (optimistischeren) Variante 2 geht man von einer konstanten Tagesanlieferung in den Monaten Jänner bis März und damit einer gesamten Anlieferung im Quotenjahr in der Höhe von 2,667.617 t aus. Unter Berücksichtigung einer Fettkorrektur von +0,1 % (abgeleitet aus der Anlieferung Jänner bis März 1999) ergäbe sich eine fettkorrigierte Anlieferung von 2,730.000 t und somit eine saldierte Überlieferung in der Höhe von 120.000 t. Daraus errechnet sich eine Zusatzabgabe von ATS 588 Mio. Diese zweite Variante könnte laut AMA bei konsequenter Anpassung der Anlieferung erreicht werden. Aber auch in diesem Fall läge die durchschnittliche Belastung an Zusatzabgabe knapp unter ATS 2,50/kg Milch.

Noch optimistischer, aber nach bisherigen Erfahrungen kaum erreichbar, ist Variante 3: Sollte von Jänner bis März 2001 die gleiche Anlieferung wie im Vorjahr erreicht werden, so käme man bei einem Fettkorrektur-Faktor von 1,0216 auf insgesamt 2,719.000 t Anlieferung und demnach auf 109.000 t Überlieferung. Die Zusatzabgabe würde in diesem Fall ATS 534 Mio. betragen und hätte eine durchschnittliche Belastung von ATS 2,30/kg Milch zur Folge.

Fettgehalt und Unterlieferungen sind wichtige Faktoren

Als wichtige Faktoren gelten bei diesen berechneten Varianten der Fettgehalt der angelieferten Milch und die Höhe der einzelbetrieblichen Unterlieferungen. Jedes Prozent weniger in der fettkorrigierten Jahresanlieferung entspricht einer Senkung der Zusatzabgabe um ATS 132,9 Mio.

Sollten die saldierten Unterlieferungen eine Tendenz wie in den vergangenen Jahren zeigen, so könnten diese auf insgesamt 100.000 t geschätzt werden. Dies würde bei Variante 1 eine Belastung von ATS 2,90 je kg überlieferter Milch, bei Variante 2 ATS 2,67 und bei der dritten Variante ATS 2,56 bedeuten. In jedem Fall hätten aber jene Bauern, die ihre einzelbetriebliche Quote überliefert haben, eine empfindliche Zusatzabgabe zu erwarten.
(Schluss) kam

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