Was bringt ein Grüner Kulturstadtrat?

Vorausmeldung zu NEWS 3/01 v. 18.1.2001

Wien (OTS) - Kultursprecherinnen in NEWS: Halbierung des Festwochenbudgets - Mentha als Vorbild - Frauenquote von 50 % bei Philharmonikern und Symphonikern durch Budgetdruck erzwingen -türkisches Theater an der "Josefstadt" - Theatersperre zwecks Umverteilung kein Tabu

Die Vorverlegung der Wiener Gemeinderatswahl mit den Stimmen von SPÖ und Grünen ist fix, die Grüne Regierungsbeteiligung eine allseits deklarierte Option, ein Grüner Kulturstadtrat wird zur Möglichkeit. In der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe stellen die Kultursprecherinnen der Wiener Grünen ihre einschlägigen Forderungen vor. Friedrun Huemer kandidiert nicht mehr, ihre Nachfolgerin ist Marie Ringler, 25 und fünf Jahre lang Geschäftsführerin des Internet-Unternehmens Public Netbase.

Festwochen. Luc Bondys Bestellung zum Alleinintendanten wird kritisiert: "Wenn Bondy jetzt allein regiert, dann wird er sich für die zeitgenössische Schiene jemand suchen müssen. Die Festwochen sollen nicht das fortschreiben, was es das ganze Jahr über ohnehin in dieser Stadt gibt, sondern ein Festival der Gegenwart werden. Dafür soll die Hälfte des Budgets festgeschrieben werden. Noch 60 Jahre "Hamlet" in verschiedenen Produktionen kann es nicht sein."

Philharmoniker und Symphoniker. Die Wiener Philharmoniker, vor allem aber die von der Stadt hoch subventionierten Symphoniker, sollen (nach dem Vorbild des Grünen Klubs) zu einer Frauenquote von 50 Prozent gezwungen werden. "Der derzeitige Zustand ist ein Skandal. Die Grünen haben eine Frauenquote von 50 Prozent. Das sollte das Vorbild für Philharmoniker und Symphoniker sein und notfalls mit Subventionsdruck durchgesetzt werden. Die öffentliche Hand fördert ja auch keine rassistischen Plakatserien. Und was ist das letztlich anderes als sexistisches Vorgehen?"

Theaterneubestellungen. Für die anstehenden Neubestellungen der Direktionen von "Josefstadt" und Volkstheater werden eine Ausschreibung mit öffentlichem Kandidatenhearing und Verjüngung gefordert. "Hackl kann sich bewerben wie jeder. Wenn allerdings jemand immer schon dazugehört hat und plötzlich etwas anderes tun soll, ist das nicht einfach. Verjüngung ist angesagt und soll von einem jüngeren Menschen angegangen werden." Das Volkstheater soll auch nach Emmy Werners Abgang von einer Frau geleitet werden.

Internationalisierung. "Ein Viertel der Menschen hier hat eine andere Muttersprache als Deutsch. Dem soll an maßgeblicher Stelle Rechnung getragen werden. Auch in der "Josefstadt" soll eine türkischsprachige Aufführung denkbar sein."

Bühnen zugunsten neuer Kunstformen sperren? "Tabus gibt es nicht. Wir fordern Umverteilung, das heißt: bei den Etablierten sparen und das Geld zu den neuen Kunstformen umleiten. Ein ineffizientes und teures Unternehmen zu sperren, ist eine durchaus legitime Vorgangsweise."

Mentha als Vorbild: "Wenn wir nicht das Augenmerk auf den Nachwuchs legen, geht es ganz Wien irgendwann wie der "Josefstadt". Wir müssen uns fragen: Ist in 100 Jahren immer noch Mozart die Ikone der Musik? Oder vielleicht Leute aus dem Bereich der elektronischen Musik? Mentha versucht die neuen Bereiche einzubeziehen. Er ist auf dem richtigen Weg. In der Staatsoper ist davon nichts zu bemerken."

Kritik üben die Kultursprecherinnen an Amtsinhaber Marboe: "Er stand für massive Stagnations- und Fortschreibungspolitik und war eine Art Grüßaugust ohne Lust, etwas weiterzubringen. Das sollte nicht fünf Jahre weitergehen."

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