Kietreiber: Bartenstein gefährdet Existenz der Klein- und Mittelbetriebe im Handel

FWV Wien-Kritik an Regierung und VP

Wien (OTS) "Ein paar Große wollen länger aufsperren, die überwältigende Mehrheit aber ist dagegen - und trotzdem will der Wirtschaftsminister jetzt die Öffnungszeiten auf 72 Stunden ausweiten. Das ist eine massive Existenzbedrohung für viele Wiener Klein- und Mittelbetriebe. Losgetreten hat die ganze Debatte Bundessektionsobmann Lemler im vergangenen Jahr - er soll jetzt nicht so tun, als wüsste er das nicht mehr", stellte am Mittwoch Gerhard Kietreiber, Obmann der Sektion Handel im Freien Wirtschaftsverband Wien, fest.

"Der ÖVP-Wirtschaftsminister und die ÖVP-Wirtschaftsbund-Funktionäre agieren wie die Lobbyisten der Konzerne und Ketten", so der Vorwurf von Kietreiber. "Denn sie wissen genau, in welche Schwierigkeiten sie die kleinen Handelsbetriebe bringen, wenn Öffnungszeiten von 72 Stunden - Montag bis Freitag noch dazu rund um die Uhr - erlaubt sind. Das ist ein klarer Anschlag auf die Existenz der Kleinen!", erklärte Kietreiber.

Der FWV-Vertreter zitierte dazu auch Statistiken und Umfrageergebnisse: 90 Prozent der Handelsunternehmen Österreichs sind Klein- und Mittelbetriebe, die an einer Mehrbelastung durch längere Öffnungszeiten kein Interesse haben. Ebenso wenig sind die rund 420.000 Handelsbeschäftigte an einer Verschlechterung ihrer Arbeitsverhältnisse interessiert. Und auch die Kunden - immerhin neun von zehn - haben laut einer Umfrage im vergangenen Jahr erklärt, mit den bestehenden Öffnungszeiten das Auslangen zu finden.

"Wozu also das ganze Theater? Nur weil die Regierung auf Teufel komm raus liberalisieren will? - Profitieren werden die Konzerne und Ketten, denen es um Auslastung ihrer riesigen Verkaufsflächen geht. Der Umsatz wird nicht wachsen, er wird sich nur verschieben: noch mehr in Richtung Große", befürchtet Kietreiber. Die halbherzigen Proteste mancher Wirtschaftsbund-Funktionäre hält Kietreiber für eine "leicht durchschaubare Doppelstrategie der ÖVP". Schließlich sei es Lemler selbst gewesen, der die Diskussion um die Ladenöffnungszeiten letztes Jahr wieder losgetreten habe, als er meinte, der Großhandel hätte seinem Vorschlag für eine Erweiterung von derzeit 66 auf 72 Stunden bereits zugestimmt. Dazu Kietreiber: "Mit der angeblichen ÖVP-internen Kritik an den Bartenstein-Plänen will man den Leuten doch bloß Sand in die Augen streuen. In Wirklichkeit zieht die Regierung dieses Vorhaben beinhart durch. Das ist ein abgekartetes Spiel."

Der FWV, so Kietreiber, werde jedenfalls weiter für die Klein- und Mittelbetriebe kämpfen. "Wenn es eine Änderung bei den Öffnungszeiten geben soll, dann nur eine, die den Kleinen im Handel nützt. Dazu stehen wir", so Kietreiber abschießend. (Schluss)

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