Rieder: Positive Trendwende am Wiener Arbeitsmarkt hält an

Wien, (OTS) "Gleich drei konkrete Initiativen des "Wiener Arbeitnehmerförderungsfonds" (WAFF) und des Arbeitsmarktservices Wien (AMS) haben hochwertige Qualifizierungsprogramme für Wiedereinsteigerinnen, für Frauen während oder nach der Karenz und für niedrig qualifizierte Frauen zum Inhalt", erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Dr. Sepp Rieder am Dienstag im Rahmen des Pressegespräches des Bürgermeisters. Allein von diesen Initiativen würden in der Bundeshauptstadt rund 700 Frauen profitieren.

Denn trotz des seit 1999 anhaltenden positiven Trends am Arbeitmarkt seien Frauen nach wie vor mit einer Vielzahl unterschiedlicher Benachteiligungen am Arbeitsmarkt und im Berufsleben konfrontiert. Diese reichten, so Rieder, von
schlechter verwertbaren Ausbildungen, über niedrigere Einkommen, der Mehrfachbelastung durch Familie und Beruf, dem geringen
Angebot an für Frauen bedarfsgerechten Arbeitszeiten, bis hin zu schlechteren Aufstiegs- und Karrierechancen.

Förderungsprogramme auch für selbstständige Frauen

Neben den umfangreichen Aktivitäten für unselbstständig erwerbstätige Frauen durch WAFF und AMS wies Rieder auch auf das Frauenservice des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds hin, das im April 1999 gestartet wurde. "Ziel dieses Services ist, Frauen bei der Gründung von Unternehmen zu unterstützen und auf besondere frauenspezifische Probleme einzugehen", erklärte Rieder. Seit der Gründung des WWFF-Frauenservice haben sich mehr als 650 Frauen beraten lassen, davon haben ein Drittel tatsächlich eine Firma gegründet. Als besonderes Service werden u.a. Gratis-Büros, Info-Abende mit Steuerberatern, Marketingexperten und Unternehmensberatern angeboten.

Wien fördert, was Frauen fordern

Im Bereich der unselbstständig erwerbstätigen Frauen startet der WAFF am 17. Jänner 2001 die Öffentlichkeitskampagne "Wien fördert, was Frauen fordern", die über spezifische Initiativen für Frauen informiert. Dazu zählen:

o WiedereinsteigerInnenprogramm - WiederIn

WiederIn richtet sich an Personen, die nach langen Kinderbetreuungszeiten oder Pflege von Angehörigen wieder berufstätig werden wollen. Diese Maßnahme steht auch Männern offen. An diesem Programm können auch Personen teilnehmen, die keine Leistungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz (Arbeitslosengeld; Notstandshilfe) beziehen.

WiederIn bietet eine umfassende Berufsorientierung, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie Unterstützung bei der Bewerbung. Die TeilnehmerInnen werden außerdem bei der Suche nach einem Kinderbetreuungsplatz unterstützt.

Für 2001 sind 300 Maßnahmenplätze geplant.

Beispiel: Frau G., 34-jährige Alleinerzieherin, mit 5 Jahren Berufserfahrung als kaufmännische Angestellte, nutzte WiederIn, um sich im technischen Bereich zu orientieren. Sie entschloss sich zu einer Ausbildung als Programmiererin und absolvierte eine sehr intensive Ausbildung. Während der Arbeitssuchphase fand sie mit Hilfe der TrainerInnen ein Dienstverhältnis in einem IT-Unternehmen. "Ich verdiene jetzt viel mehr als früher und bin finanziell unabhängig. Das ist für mich als allein erziehende Mutter besonders wichtig!"

o karenz works

Das Projekt karenz works wendet sich vor allem an Frauen
deren jüngstes Kind unter drei Jahren ist und die von Ausgrenzung am Arbeitsmarkt bedroht sind. Gründe dafür können vor allem darin liegen, dass die Frauen bereits arbeitslos sind oder eine
Kündigung nach der Behaltefrist befürchten müssen bzw. auf Grund des Kleinkindes, eine Beschäftigung am bisherigen Arbeitsplatz zeitlich nicht mehr möglich ist. Mindestens 25 % der Teilnehmerinnen sollen Alleinerzieherinnen sein.

Durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen soll der berufliche Wiedereinstieg der Frauen nach der Karenz unterstützt werden. karenz works setzt sich außerdem zum Ziel, Betriebe für Teilzeitmodelle und familienfreundliche Rahmenbedingungen im konkreten Bedarfsfall zu sensibilisieren sowie Bildungsträger auf die notwendigen Rahmenbedingungen ihrer Qualifizierungsangebote
für Frauen mit Kleinstkindern aufmerksam zu machen.

Träger von karenz works ist das abzwien, eine Non-Profit-Organisation für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zur erfolgreichen (Wieder-) Eingliederung von erwerbslosen Frauen in
den Arbeitsmarkt.

Geplante Teilnehmerinnenzahl für das Jahr 2001: 200

Beispiel: Frau K. hat vor der Karenz als Vollzeit
beschäftigte Verkäuferin gearbeitet. Für Frau K. als Alleinerzieherin ist aufgrund der Arbeitszeiten, eine Rückkehr auf ihren bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr möglich. Die Beraterinnen von karenz works suchen gemeinsam mit dem Arbeitgeber und Frau K. nach einer Alternative. Frau K. absolviert nun ein Qualifizierungsprogramm für den Bürobereich, da ihr der Arbeitgeber in diesem Bereich eine Teilzeitbeschäftigung nach der Karenz anbieten kann. Während der Kurszeiten übernimmt karenz works die Finanzierung der Kinderbetreuung.

o Frauenarbeitsstiftung Wien - FAST

Die Frauenarbeitsstiftung Wien richtet sich in erster Linie
an arbeitslose Frauen, die nur eine geringe Formalqualifikation besitzen, bzw. eine Ausbildung haben, die derzeit am Arbeitsmarkt nicht gefragt ist.

Nach einer ausführlichen Beratung in der FAST-Beratungsstelle über die Ziele und den Ablauf des Programms, entwickeln die Teilnehmerinnen gemeinsam mit erfahrenen TrainerInnen in einem Zeitraum von maximal 12 Wochen eine ganz persönliche Strategie zum Erfolg. Im Mittelpunkt steht die berufliche Aus- und
Weiterbildung. Von der Bewerbungsphase bis zur Anfangsphase im
neuen Job werden die Frauen intensiv betreut und begleitet.

Geplante Teilnehmerinnenzahl für das Jahr 2001: 200

Beispiel: Frau R. ist 47 Jahre alt und hat als Verkäuferin gearbeitet. Aufgrund von Umstrukturierungsmaßnahmen in ihrer Firma wurde sie gekündigt und ist nun seit 3 Monaten arbeitslos. Eine Beraterin des AMS hat Frau R. die Frauenarbeitsstiftung Wien empfohlen. Das Beratungsgespräch bei FAST hat sie überzeugt. Frau R.: "Mir ist klar, dass es in meinem Alter nicht so leicht sein wird, einen neuen Job zu finden. Aber da wir alle im gleichen Boot sitzen, können wir uns auch gegenseitig helfen." (Schluss) nk

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