Brauner/Rieder: Erfolg der Arbeitsmarktpolitik für Frauen in Wien

Wien soll frauenfreundlichste Stadt Europas werden

Wien, (OTS) Im Rahmen des Pressegesprächs des Wiener Bürgermeisters nahmen Wirtschaftsstadtrat Dr. Sepp Rieder und Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF) Mag. Fritz Meißl zur erfolgreichen Arbeitsmarktpolitik für Frauen in Wien Stellung. Die gute wirtschaftliche Entwicklung und die zusätzlichen arbeitsmarktpolitischen Initiativen im Rahmen des "Territorialen Beschäftigungspakt Wien" haben bereits 1999 die positive Trendwende am Wiener Arbeitsmarkt ermöglicht. Diese positive Entwicklung ist in Wien vor allem Frauen zugute gekommen. Die Frauenarbeitslosigkeit sank im Jahresdurchschnitt 2000 gegenüber 1999 um 4.363 Personen bzw. um 15,2Prozent. Im Vergleich dazu ist die Arbeitslosigkeit der Männer bloß um 11 Prozent zurückgegangen. In manchen Berufsgruppen ist der Rückgang der Frauen-Arbeitslosigkeit besonders auffällig: Im Handel gibt es ein Minus von 16,7 Prozent, in den technischen berufen ein Minus von 18,3 Prozent und bei den Büroberufen ging die Arbeitslosigkeit um 19,8 Prozent zurück.****

Trotz dieser Erfolge sind Frauen nach wie vor mit einer Vielzahl unterschiedlicher Benachteiligungen am Arbeitsmarkt und
im Berufsleben konfrontiert. Diese reichen von schlechter verwertbaren Ausbildungen, über niedrigere Einkommen, der Mehrfachbelastung durch Familie und Beruf, dem geringen Angebot an für Frauen bedarfsgerechten Arbeitszeiten, bis hin zu schlechteren Aufstiegs- und Karrierechancen.

Der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF) und das AMS- Wien setzen daher auch weiterhin eine Vielzahl von speziellen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Von der Wiedereinsteigerinnenhilfe, über Karenzausbildungsprogramme bis
hin zu einer eigenen Frauenarbeitsstiftung reicht das Angebot. Vom Wiener Wirtschaftsstadtrat Dr. Sepp Rieder gibt es jedenfalls ein klares Bekenntnis, diese Arbeit fortzusetzen.

Als "erfreuliches Ergebnis konsequenter Arbeit" bezeichnet Stadtrat Rieder daher die Entwicklungen am Arbeitsmarkt, die er
vor allem auf die gute Kooperation mit arbeitsmarktpolitischen Einrichtungen, wie den Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds zurückführte: "Spezielle Kursangebote für Wiedereinsteigerinnen, besondere Unterstützung für Alleinerzieherinnen und vor allem ein klares Bekenntnis zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie", das
sei es was die Situation in Wien von anderen unterscheide, verdeutlichte der Wirtschaftsstadtrat. Ein wichtiger Baustein für eine effiziente Bekämpfung der Frauenarbeitslosigkeit sei, so Rieder weiter, "die Investition in Kurse und andere Qualifizierungsmaßnahmen". Auch für dieses Jahr wurde daher im Territorialen Beschäftigungspakt sichergestellt, dass mindestens
55 Prozent aller Plätze in Schulungen arbeitslosen Frauen zur Verfügung stehen. Besondere Wichtigkeit haben, betonte Rieder, Maßnahmen für Wiedereinsteigerinnen. Das Programm "Wieder-In-2000" des WAFF bietet 300 Frauen oftmals nach Jahren der kinderbedingten Berufsunterbrechung die passende Unterstützung für die Rückkehr in das Arbeitsleben. Besonders hervorzuheben sei, so Rieder, dass 100 Plätze für Alleinerzieherinnen reserviert sind. Rieder kündigte zudem an, dass der Wiener ArbeitsnehmerInnenförderungsfonds (waff) ab 17. Jänner 2001 eine Öffentlichkeitskampagne unter dem Titel "Wien fördert, was Frauen fordern", die über spezifische Initiativen für Frauen informiert, starten wird.

Wiens Frauen wollen beides: Beruf und Familie

"Frauen wollen Beruf und Familie, das beweisen uns alle Umfragen und Untersuchungen. So auch eine Publikation des Frauenbüros der Stadt Wien, die unter dem Titel "nach der
Babypause zurück in den Beruf" die Zusammenfassung einer
Fachtagung im Frühjahr des Vorjahres wiedergibt", unterstrich die Wiener Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner. Zentrale Erkenntnis ist, dass Frauen mit einer deutlichen Mehrheit (vier von fünf Frauen) einen Wiedereinstieg in den Beruf planen. Als Grundlage gelten die im Rahmen der Studie durchgeführten Untersuchungen in zwei Wiener Bezirken (20 und 21). Knapp die Hälfte der 500 befragten Frauen gaben sogar an nach der Karenz auf den alten Arbeitsplatz zurückkehren zu wollen, 28 Prozent wollten sich beruflich neu orientieren.

Als die Frauen nach der Karenz (eineinhalb Jahre später)
erneut befragt wurden, stellte sich heraus, dass jede sechste Frau den Wiedereinstieg noch nicht geschafft hatte. Als massivstes Hindernis für das Vorhaben der Berufsrückkehr wird von den Frauen die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie genannt.

Die Maßnahmen der Bundesregierung seien hier, so Brauner, "besonders kontraproduktiv": Denn "einerseits werden die Kinderbetreuungsmillionen ersatzlos gestrichen und andererseits Sparpakete geschnürt, die auf Kosten der - vor allem weiblichen -Klein- und MittelverdienerInnen gehen sowie eine völlig undifferenzierte Familienpolitik betrieben, die Frauen zurück in die Abhängigkeit drängen soll", unterstrich Brauner
"Umso wichtiger ist es daher, dass wir in Wien weiterhin auf den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen setzen, dass wir Alleinerzieherinnen besonders unterstützen, Mütter schon während der Karenz motivieren sich mit der Frage des beruflichen Wiedereinstieges zu beschäftigen und vor allem schon bei den Mädchen die Grundlagen für eine spätere berufliche Karriere legen", betonte Brauner.

Die Ausbildung für Mädchen in so genannten "nicht-traditionellen" Berufen bezeichnete Brauner daher als eines ihrer dringlichsten Anliegen. "Gerade im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien gibt es für die Jugendlichen tolle Zukunftsperspektiven. Mein Ziel ist es, dass Mädchen hier vorne dabei sind", so die Frauenstadträtin weiter. Die Stadt Wien unterstütze daher bereits jetzt Vereine, wie "Sprungbrett", der eine unglaublich erfolgreiche Anlauf- und auch Vermittlungsstelle für Mädchen in nichttraditionellen Ausbildungen ist; darüber hinaus wird aber auch innerhalb des Magistrates der Stadt Wien versucht weibliche Lehrlinge auch für neue Ausbildungszweige zu begeistern.

Wien soll frauenfreundlichste Gemeinde Europas werden

Gleichbehandlung von Frauen, Frauenförderung und die finanzielle Unterstützung von Fraueneinrichtungen und Vereinen hat in Wien weiterhin Vorrang, auf dem Weg zu einem ambitionierten
Ziel. Denn: "Wien soll frauenfreundlichste Gemeinde Europas
werden" - machte Brauner deutlich. So wurde noch im vergangenen Dezember ein neues Gleichbehandlungsgesetz beschlossen, dass den mehrheitlich weiblichen der rund 70.000 Bediensteten der Stadt
Wien eine Reihe von Verbesserungen bringt. "Die Kernpunkte des Gesetzes sind die Erhöhung der Frauenförderquote von 40 auf 50 Prozent, Kündigungsschutz für die Kontaktfrauen der Gemeinde Wien und Erhöhung ihrer Anzahl, aber auch neue und schärfere Bestimmungen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sowie die Anpassung der Schadenersatzregelungen bei (sexueller) Diskriminierung an die EU-Bestimmungen", verdeutlichte Brauner.
Die Stadträtin verwies in diesem Zusammenhang auf weitere gleichstellungspolitische Maßnahmen der Stadt Wien, die vor allem "an der Schnittstelle zwischen Personal- und Frauenpolitik ansetzen". Als ein konkretes Beispiel nannte sie das EU-Projekt "Managing E-Quality", das eine "gelungene Verbindung zwischen Gleichstellung und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Frauen und Männer" ist. Die Stadt Wien ist die erste Stadtverwaltung in Österreich, die entsprechend Managing E-Quality Gleichstellungs-Seminare für Führungskräfte durchführt. In einer zweiten Phase werden die Seminare dann in das Führungskräftetraining der Verwaltungsakademie aufgenommen.

Aber auch die Errichtung eines Betriebskindergartens für die Angestellten der Stadt Wien ist für Brauner "ein klares Bekenntnis zur Frauenförderung, und zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie".

Darüber hinaus wurde auch die Arbeit der Wiener
Frauenprojekte sichergestellt. "Besonders erfreulich ist, dass wir das Budget für die rund 20 Beratungseinrichtungen erhöhen konnten. Das sei angesichts der Geldkürzungen von Seiten der
Bundesregierung für die Einrichtungen besonders wichtig. "Dieses Jahr haben wir das Budget von 14 auf 18 Millionen Schilling
erhöht, darüber hinaus gibt es auch eine deutliche Aufstockung für die Wiener Frauenhäuser, deren Budget heuer um 10,7 Millionen Schilling auf 49,7 Millionen erhöht wurde", berichtete Brauner.

Die Stadt Wien verstehe sich auch in schwierigen budgetären Situation als "Partnerin der Frauen". "Wir haben nicht nur eine Erhöhung des Budgets für die vielen Fraueneinrichtungen in Wien erreicht, sondern bemühen uns auch, alle Förderansuchen so rasch wie möglich abzuwickeln", betonte die Stadträtin. In Wien gibt es rund 20 Frauenvereine, die vom Bund co-finanziert sind. Viele
wissen noch immer nicht, ob und wie ihre Förderansuchen behandelt werden. "Gerade in der Frauenpolitik ist eine kontinuierliche und verlässliche Unterstützung unumgänglich. Die Verzögerungstaktik der Bundesregierung untergräbt beides", machte die Brauner deutlich. (Schluss) kat/

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