Exporterfolge der Möbelindustrie sorgen für Produktionszuwachs

Produktionswert 2000 um 4,2 % gestiegen - Österreichischer Möbelmarkt: Mehr als die Hälfte aller Wohnmöbel aus heimischer Fertigung

Wien (PWK021) - Die österreichische Möbelindustrie kann auf ein gutes Jahr zurückblicken. Vor allem auf den internationalen Märkten waren Wohnmöbel "made in Austria" wieder sehr gefragt. "Wir konnten unsere Exporte um 5,8 % auf 0,31 Mrd. ? (4,2 Mrd. ATS) steigern und einen Produktionswert von 0,95 Mrd. ? (13,1 Mrd. ATS) erwirtschaften. Das ist ein erfreuliches Plus von 4,2 % gegenüber dem Vorjahr", sagte Erwin Berghammer, Sprecher der österreichischen Möbelindustrie, bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Internationalen Möbelmesse IMM in Köln.

Am heiß umkämpften heimischen Möbelmarkt konnten die österreichischen Hersteller nur leichte Gewinne erzielen. Im vergangenen Jahr ist der Anteil österreichischer Produktionen ohne Objektmöbel um 1,7 % auf 50,7 % gestiegen. Der Markt für Küchen- und Badezimmermöbel ist mit über 70 % fest in der Hand heimischer Möbelhersteller und auch im Wohnmöbelbereich konnte mit knapp 60 % ein respektabler Marktanteil gehalten werden. Einzig bei den Sitzmöbeln dominieren die ausländischen Anbieter, der Inlandsmarktanteil liegt nur bei 13 %. Hier macht sich die Konzentration im heimischen Möbelhandel bemerkbar, der sich verstärkt mit ausländischer Ware im Tiefpreissegment eindeckt und aggressiv vermarktet.

Dennoch konnte die Importflut gestoppt werden. Im Jahr 2000 wurden Möbel im Wert von 0,63 Mrd. ? (8,7 Mrd. ATS) importiert, was einem Rückgang von 8,6 % entspricht. Das Handelsbilanzdefizit konnte somit gegenüber dem Vorjahr um fast 20 % auf 0,33 Mrd. ? (4,5 Mrd. ATS) gesenkt werden.

Allerdings bekommt jetzt auch die heimische Möbelindustrie das Abflauen der Konjunktur zu spüren. Das österreichische Marktvolumen ohne Büromöbel, Drehstühle und Ladenbau ist im Jahr 2000 um 2,8 % auf 1,28 Mrd. ? (17,6 Mrd. ATS) gesunken. Bei Küchen- und Badezimmermöbeln lag das Inlandsmarktvolumen um 5 % unter dem Vorjahresniveau. Wohn- und Sitzmöbel sind ebenfalls rückläufig. In einer Analyse von Kreutzer/Fischer und Partner wird für die nächsten beiden Jahre nur ein geringes Wachstum des Möbelmarktes von 1 bis 1,5 % prognostiziert. Dementsprechend dürften auch die Produktion und die Exporte um durchschnittlich 1 % wachsen.

Dabei nimmt die Lust am guten Wohnen weiter zu. Wie eine aktuelle Studie des Market-Institutes zeigt, gewinnt für 47 % der Österreicher Wohnen immer mehr an Bedeutung. Nur magere 3 % sind gegenteiliger Ansicht. Allerdings setzt sich in Österreich eine gewisse Diskont-Mentalität immer mehr durch. 55 % sind der Meinung, dass den Selbstabholern im Möbelhandel die Zukunft gehört. Es deutet sich bereits an, dass es für Tischler und Einrichtungsspezialisten immer enger wird. Zwar liegen beide Vertriebsformen noch deutlich vor dem mittelständischen Möbelhandel, "doch die Luft für Tischler und vergleichbare spezialisierte Wohnanbieter wird immer dünner", ist Werner Beutelmeyer vom Market-Institut überzeugt. Sein Credo: Nur wem es gelingt, seine Kunden vom nackten preisaggressiven Produktangebot in den "Wohnhimmel" zu entführen, wird ausreichend verdienen und auch als kleiner Anbieter gut überleben.

Die vom 15. bis 21. Jänner 2001 dauernde Internationale Möbelmesse in Köln ist für die heimische Möbelbranche das wichtigste Messeereignis des Jahres. Auf rund 280.000 m² präsentieren über 1.600 Aussteller aus 50 Nationen die neuesten Möbeltrends. Aus Österreich sind 31 Unternehmen auf diesem Messeplatz vertreten. Einkäufer aus rund 100 Ländern und ein Auslandsanteil von über 60 % auf Seiten der Aussteller machen die IMM Köln zum globalen Marktplatz der Möbel- und Einrichtungsbranche. (MH)

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