OeNB: Gouverneur Dr. Liebscher:

- Euro ist stabiler Anker für Europa

  • Österreich profitiert von europäischer Integration
  • Neue Dynamik im Erweiterungsprozess ist positiv

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Wien (OTS) - Beim Central & Eastern European Issuers &
Investors Forum 2001 in Wien verwies Gouverneur Liebscher auf
die zahlreichen Erfolge von Währungsunion und Euro: so seien
z.B. beachtliche Fortschritte in der Inflationsbekämpfung, bei
der wirtschaftlichen Konvergenz oder bei der Sanierung der öffentlichen Haushalte im Euroraum erzielt worden. Mit der Einführung des Euro und dem dadurch bedingten Wegfall der Wechselkursschwankungen hätten sich die Transaktionskosten für
den innereuropäischen Handel deutlich reduziert, die
Integration der europäischen Finanzmärkte schreite dynamisch
voran und der Euro habe sich an den internationalen
Finanzmärkten sehr gut etabliert.

Der EZB-Rat habe - zur Sicherung des vorrangigen Zieles der Preisstabilität - im letzten Jahr und im Rahmen seiner geldpolitischen Strategie präventiv mehrere zinspolitische
Schritte gesetzt und damit gleichzeitig einen bedeutenden
Beitrag zu nachhaltigem, nicht-inflationärem Wachstum im
Euroraum mit positiven Auswirkungen auf die Beschäftigung geleistet. Die Inflationsrate des Eurogebietes gehöre heute zu
den niedrigsten der Welt und trotz einer leichten Abschwächung bleiben die Konjunkturaussichten weiterhin sehr günstig. Das unabhängige Eurosystem werde jedenfalls seine erfolgreiche Geldpolitik glaubwürdig fortsetzen, weiterhin sehr wachsam gegenüber Risiken für die Preisstabilität bleiben und dabei
auf die spezifischen Anforderungen des Euroraumes Bedacht
nehmen. Konsequente Maßnahmen zur weiteren
Budgetkonsolidierung wie auch weitere Strukturreformen seien zielstrebig fortzusetzen.

Insgesamt betrachtet, sei der Euro zu einem stabilen Anker
für Europa und das internationale Finanzsystem geworden.
Gouverneur Liebscher gab sich überzeugt, dass die Einführung
des Euro-Bargeldes Anfang 2002 die Akzeptanz des Euro auch in
der Bevölkerung fördern werde. Österreich habe jedenfalls von seiner Integration in die Europäische Union und in die Währungsunion sehr profitiert und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich bedeutend verbessern können.

Gouverneur Liebscher legte weiters ein klares Bekenntnis
zur Erweiterung der Europäischen Union ab. Bezugnehmend auf
die wichtigsten wirtschaftspolitischen Herausforderungen für
die sog. "Transformationsländer” und EU-Beitrittskandidaten in ihrem wirtschaftlichen Aufholprozess unterstrich er, dass Strukturreformen und die Sicherung der Preisstabilität zu den wesentlichsten Herausforderungen gehören, um neben der legalen Konvergenz auch die reale Konvergenz herzustellen.
Entsprechendes Augenmerk müsse auch auf die Entwicklung eines stabilen, privatisierten Finanzsektors mit einer effizienten Intermediationsfunktion gelegt werden.

Hinsichtlich der wirtschafts- und währungspolitischen Integration der EU-Beitrittskandidaten ergebe sich
logischerweise ein dreistufiger Integrationsprozess: nämlich Beitritt zur Europäischen Union, Teilnahme am Wechselkursmechanismus II und schließlich Integration in den Euroraum und Teilnahme am Eurosystem. Für eine Teilnahme an
der Währungsunion seien die Maastricht-Kriterien ebenso strikt
und nachhaltig zu erfüllen wie für die bisherigen Währungsunion-Teilnehmer. Der begonnene Dialog zwischen dem Eurosystem - und damit natürlich auch der OeNB - und den EU-Beitrittskandidaten werde weiter ausgebaut werden.

Gouverneur Liebscher begrüßte schließlich die neue Dynamik
im Erweiterungsprozess, die nach dem Rat von Nizza und unter schwedischer Präsidentschaft spürbar sei. Er warnte jedoch
auch vor überambitionierten Zielen in den Kandidatenländern, welche rasch zu Glaubwürdigkeitsverlusten führen und insgesamt sogar kontraproduktiv auf den langfristigen Aufholprozess
dieser Länder wirken könnten, wenn sie nicht von der realen Wirtschaftsentwicklung gestützt werden. Die künftige
Erweiterung könne jedenfalls als weiterer Meilenstein
betrachtet werden, um Stabilität, Sicherheit und Frieden in
Europa nachhaltig zu gewährleisten.

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