Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/Wahlen "Neue Kärntner Tageszeitung " - Kommentar: Wiener Wahlkampf

Ausgabe vom 16. Jänner 2001 Klagenfurt (OTS) - Prüfstein für die Koalition - Weil er den Wienern einen langen Wahlkampf ersparen wolle, würden die Gemeinderatswahlen auf den 25. März vorverlegt werden, begründete Bürgermeister Michael Häupl mit den Grünen und Liberalen, den Urnengang gegen Blau-Schwarz statt im Herbst im Frühjahr zu wagen. Das Recht haben die Parteien dazu, denn sie stellen über 57 Prozent der Stimmen und die Mandatsmehrheit im Gemeinderat, der auch Landtag ist. Häupls Argument ist natürlich ein Quatsch, denn ihm geht es nicht um eine Verkürzung des Wahlkampfes, sondern um ein Nützen des Hochs, das derzeit das rote Lager auf einer Wolke schweben lässt. Glaubt man der jüngsten Umfrage, würden 44 Prozent der Wiener der Bürgermeister-Partei das Vertrauen schenken gegenüber 39 Prozent bei der Wahl 1996. Die Grünen könnten sogar mit einer Verdoppelung der Stimmen auf 14 Prozent rechnen, die Liberalen pokern hoch. Klarerer Verlierer wäre die FPÖ, die von 28 auf 19 Prozent in den Keller fallen würde, während sich das schwarze Lager nur leicht verbessern könnte. Der blaue Aufschrei blieb nicht aus. Die Haider-Partei weiß, dass die mit einem Kabas keine Bäume ausreißt. Eine Wahl, die selbstverständlich bundespolitische Bedeutung hat. Geht sie in die Hose, steck die Koalition in der Krise, müssen die Freiheitlichen einen neuen Kurs abstecken. Eine Linie, die nicht nur "Ausländer raus" heißen kann. Wer als Kärntner nach Wien kommt, wundert sich ohnedies: Der echte Sandler ist nämlich kein Türke oder Tschusch, sondern ein süffelnder Urwiener.

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