Verunreinigte Futtermittel sorgen für angespannte Gesichter Zwtl.: In Tirol herrscht Besorgnis: Landwirte haben zu 70 % deutsches Futter zugekauft

Wien, 15. Jänner 2001 (AIZ). - Im Tiroler Außerfern herrscht am Montag, einen Tag nach dem Bekanntwerden des BSE-Verdachtes einer sieben Jahre alten Kuh von einem Bauernhof in Schattwald, Betroffenheit und gedrückte Stimmung. Prekär ist die Situation für viele Landwirte aus Tirol, die nach Angaben der Nachrichtenagentur APA zu 70 % Futtermittel aus Deutschland zugekauft hätten. Der betroffene Landwirt habe erst im Oktober 2000 begonnen, das weitgehend billigere Futter aus dem Ausland zuzukaufen, sagte Amtstierarzt Johannes Fritz der APA. Die deutschen Futtermittel seien wesentlich billiger als in Österreich, vor Jahren sogar bis zu ATS 2,- je Kilogramm, derzeit noch um 20 bis 40 Groschen je Kilo. Der Zukauf galt bisher als unbedenklich, erklärte der Reuttener Amtstierarzt. eDeutschland hat bisher als sicher gegolten. Die Verlockung für die Landwirte sei groß gewesen, ich kann niemanden verurteilen, der einen wirtschaftlichen Nutzen für seinen Betrieb ziehen möchte.6 Gegenüber dem AIZ bestätigten Brancheninsider die Marktmacht deutscher Futtermittelhersteller in Tirol. Vertreter eines deutschen Futtermittelherstellers hätten in letzter Zeit verstärkt ihre Futtermittel zu Kampfpreisen und mit dem Verkaufsargument ztiermehlfreim angepriesen. Da diese angebotenen Futtermittel günstiger als andere waren, ließen sich viele Landwirte ködern und kauften ein. ****

Der Verdacht, dass das Futter tiermehlverunreinigt ist, bestätigte sich. Am Samstag hat der bayerische Landwirtschaftsminister, Josef Miller, die Produktion von Wiederkäuerfutter beim größten Hersteller, DEUKA in Regensburg, gestoppt. Der Grund: Bei Proben seien unzulässige Spuren von tierischen Bestandteilen in dem Futter gefunden worden, teilte am Samstag das Landwirtschaftsministerium in München mit. Das Unternehmen wurde verpflichtet, Händler und Landwirte umgehend vor dem verunreinigten Rinderfutter zu warnen. DEUKA schiebt in einer ersten Stellungnahme die Schuld von sich:
ODie beanstandeten Futtermittel wurden nicht im Werk verunreinigt.:
Besonders angespannt ist die Situation, da die Proben bei Landwirten erst Wochen nach der Auslieferung genommen worden sind.

Miller versicherte, bei Verstößen keine Nachsicht walten zu lassen und &hartZ durchzugreifen. Dazu gehört auch, dass die beanstandeten Futtermittel und die Hersteller öffentlich bekannt gegeben werden. Schon bisher sind die Unternehmen nach einer positiven Probe verpflichtet, die Kunden zu informieren und dringend vor beanstandeten Futtermitteln zu warnen. Hersteller und Händler haben die betroffenen Chargen zu vernichten. Für morgen, Dienstag, hat Miller die bayerischen Futtermittelhersteller zu einem 3Gesprächß eingeladen, um diese über die Ukompromisslose Haltungx der bayerischen Staatsregierung bei Verstößen gegen das Futtermittelrecht zu informieren.
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