ORF-Hörer- und Sehervertretung: Studientagung zum Thema "Gewaltprävention"

Wien (OTS) - Im Rahmen eines Studientages am Freitag, dem 12. Jänner 2001, mit Prof. Dr. Rotraud Perner und Dr. Arnold Mettnitzer hat die Hörer- und Sehervertretung (HSV) des ORF ihre Initiative zur Schaffung von Standards für verantwortungsvollen Umgang mit Gewalt in den Medien fortgesetzt. Die Publikumsvertretung hat bereits in der Vergangenheit wesentliche Anstöße für die bestehenden Gewaltrichtlinien des ORF gegeben.

Im ersten Teil der aktuellen Studientagung stand das Thema "Gewaltprävention" im Mittelpunkt. Laut Meinung der teilnehmenden Experten liegt die Hauptursache für Gewalt in den in einem frühen Entwicklungsstadium erlittenen Kränkungen. Es gilt daher, autoritäre Verhaltensmuster nicht zu verstärken, sondern die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Dabei spielen die Ausbildung eines Selbstwert- und Gemeinschaftsgefühls und glaubwürdig vermittelte Werte, vor allem bei Kindern, eine große Rolle.

Aufgabe der Medien ist es auch, Gewalt vermeidende Lösungsmuster, Respekt vor der Meinung anderer, Verantwortung und Kompetenz im Umgang mit Gewaltdarstellungen zu vermitteln. Laut Meinung der Publikumsvertretung des ORF sollen gezielt eingesetzte Programmelemente die Zuseher gegenüber Gewaltdarstellungen sensibilisieren, deren Medienkompetenz fördern und alternative Formen der Konfliktlösung anbieten.

Die HSV wird sich dafür einsetzen, dass diese Gesichtspunkte in den Gewaltrichtlinien aufgenommen und der Programmgestaltung zu Grunde gelegt werden. Der verantwortungsbewusste Umgang mit Gewalt in allen Ihren Formen und ihren Darstellungen muss ein Markenzeichen des öffentlichen Rundfunks sein.

Im zweiten Teil der Studientagung wies die Hörer- und Sehervertretung des ORF auf die unzureichenden Schutzmechanismen gegen Gewaltdarstellung in kommerziellen Fernsehkanälen hin. Die positiven Initiativen des ORF auf dem Gebiet des verantwortungsvollen Umgangs mit Gewalt können so lange nicht voll wirken, als kommerzielle Anbieter diese sensiblen Maßstäbe nicht anlegen.

Die HSV verlangt, dass sich die Medienpolitik endlich dieses akuten Problems annimmt - im Rahmen der Debatte um die österreichische Medienbehörde und auf der Ebene der EU-Richtlinien.

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