LHStv. Schlögl: Betreuung von professionellen Pflegefamilien als große Chance für (Heim)Kinder in NÖ.

Professionelle Pflegefamilien als Sonderform der Fremdunterbringung

St. Pölten (SPI) - Professionelle Pflegefamilien sind keine Pflegefamilien im traditionellen Sinn, sondern stellen eine Sonderform der Fremdunterbringung in Familien dar. Bei professionellen Pflegefamilien handelt es sich um hochqualifizierte Pflegeeltern. Sie müssen über eine Pflegestellenbewilligung hinausgehende Eignungsgespräche absolvieren, eine spezielle Berufsausbildung erwerben und sind berufsbegleitend zur Weiterbildung, Supervision und schriftlichen Dokumentation über die Entwicklung des Pflegekindes verpflichtet.****

"Die professionelle Pflegefamilie hat sich zu einer wichtigen dritten Säule neben traditionellen und passageren Pflegestellen im Rahmen der familialen Fremdunterbringung entwickelt. Diese Form der Fremdunterbringung ist dann gerechtfertigt, wenn es sich um die Unterbringung eines Kindes mit speziellen Bedürfnissen handelt. Diese Bedürfnisse können sein: massive Entwicklungsstörungen, multifaktorielle Störungen, vorhersehbare schwierige Besuchskontakte, Geschwisterkinder, ältere Kinder, die noch familienfähig sind aber in traditionellen Pflegefamilien aufgrund ihres Alters keine Aufnahme mehr finden. Durch diese Sonderform der Pflegefamilie, erhalten ‚schwierige Kinder‘ eine neue Chance in einem familiären Umfeld, anstatt in einem Jugendheim aufzuwachsen", so der für den Jugendschutz verantwortliche LHStv. Mag. Karl Schlögl.

Der Verein IG NÖ Pflegeeltern- und Adoptiveltern in Tulln bietet das im Rahmen des EU - Projekts "Cinderella" mitentwickelte Ausbildungsprogramm für professionelle Pflegefamilien einmal jährlich an, um die erforderliche Qualifizierung für die angestellten Pflegefamilien zu sichern. Die Pflegefamilien erleben durch regelmäßige Hausbesuche, Beratungsgespräche, Fallverlaufskonferenzen, Supervision und Fortbildung und Begleitung von Besuchskontakten jene Stütze, Hilfe und Entlastung, die es ihnen ermöglicht "professionell" an die Erziehung der Kinder heranzugehen. Die enge Zusammenarbeit im Helfernetz ermöglicht das frühzeitige Erkennen sich anbahnender Krisen, die Vorbereitung optimaler Förderprogramme für das Kind und rasches lösungsorientiertes Arbeiten bei akuten Problemfällen in der Familie.

"Derzeit sind 12 Kinder in professionellen Pflegefamilien untergebracht. Für das Jahr 2001 plant der Verein IG NÖ Pflege- und Adoptiveltern die weitere Anstellung und Betreuung von professionellen Pflegefamilien, damit mit Ende 2001/Jahresbeginn 2002 rund 20 Kinder auf professionellen Pflegeplätzen untergebracht werden können. Ich sehe in diesem Projekt eine große Chance für schwer vermittelbare Kinder, die sonst in Jugendheimen aufwachsen müssten, dass auch sie die Geborgenheit einer Familie erleben können", so Schlögl. LHStv. Schlögl beabsichtigt daher für das Jahr 2001 dem Verein IG NÖ Pflege und Adoptiveltern eine finanzielle Unterstützung zur Verfügung zu stellen.
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