"Kleine Zeitung" Kommentar: "I hab' di gern" (von Stefan Winkler)

Ausgabe vom 15.01.2001

Graz (OTS) - Jörg Haider als ein Leiser, das wäre komisch. Jörg Haider ist nämlich eher laut. Außerdem singt Jörg Haider gerne. Das Singen gehört so wie das Lautstarke quasi zu seinem politischen Repertoire.
Im warmen Vibrato entperlen ihm die Worte, wenn er mit dem Grenzlandchor Arnoldstein die in die güldene Abendsonne getauchten Karawanken und die am Talboden silbrig dahinziehende Drau beschwört. Ins Waffenklirrende wechselt die Tonart, wenn Drachentöter Jörg die flammenden Grenzen besingt, die die Ahnen einst mit Lindwurmblut schrieben.
Am Samstag ist Jörg Haider wieder einmal ins lyrische Fach gewechselt und hat der Frau Vizekanzler ein Geburtstagsständchen gebracht. Mit einem "I hab' di gern" krönte er die launige Laudatio, in der er der "lieben Susi" gönnerhaft beschieden hatte, ihre Sache insgesamt "ganz gut" gemacht zu haben.
So viel Liebe ist selbst in Österreich verdächtig. Sehr rasch nämlich kann sie sich bei Jörg Haider ins Gegenteil verkehren. Das "I hab' di gern" mutiert dann gewissermaßen zum "Hab mir gern". Davon können die Kurzzeitminister Schmid und Sickl ein Liedlein singen. ****

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