"Neues Volksblatt" Kommentar: "Abseits" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 13. Jänner 2001

LINZ (OTS) - Alpbach eilt der Ruf voraus, ein Platz für offene, zukunftsweisende Diskussionen zu sein. So gesehen, hat das Tiroler Bergdorf als Tagungsort für die Regierungspartei ÖVP durchaus Symbolcharakter. In einer drei Tage dauernden Zukunftsdiskussion sollte ja alles auf den Tisch gelegt werden, was den handelnden Personen unter den Nägeln brennt. Das ist gut so, hat aber auch seine Kehrseite. Denn im Zuge dieser geistigen Auseinandersetzung kann sich schnell zeigen, welcher Politiker mit seinen Zukunftsvisionen mehrheitsfähig ist und welcher nicht. Letzteres könnte jetzt dem Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein blühen. Ob es nun die Ladenöffnungszeiten sind oder die Abschaffung der Bienniensprünge bei den Beamten: Er tritt derzeit mit einer geradezu traumwandlerischen Sicherheit von einem parteiinternen Fettnapf in den anderen. Der Unternehmer Bartenstein kann sich zugute halten, die Diskussion beleben zu wollen. Der Minister Bartenstein sollte aber doch vorher intern abklären, ob er sich nicht selbst ins Abseits manövriert. Vor einem Jahr galt er als Verbindungsmann zur FPÖ und wurde so ministrabel. Inzwischen ist diese Koalition so gefestigt, dass ein Minister weniger nach seiner Nähe zum Partner als nach seiner Effizienz in der Regierung bewertet wird.

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