Buchleitner: BSE-Kontrollen durch die Lebensmittelpolizei

Wien (SK) "Seit dem Bekannt werden der ersten BSE-Fälle in Deutschland herrscht Verunsicherung bei den KonsumentInnen über das Risiko beim Fleisch- und Wursteinkauf." Der Salzburger Landeshauptmann-Stellvertreter, Gerhard Buchleitner, hat daher die Lebensmittelpolizei beauftragt, bei den routinemäßigen Betriebskontrollen ihre Aufmerksamkeit auf eine Verringerung des BSE-Risikos für die Salzburger KonsumentInnen zu konzentrieren. "Sofort nach dem Inkrafttreten des Importverbotes für deutsches Rindfleisch und rindfleischhältige Produkte am 21. Dezember 2000 habe ich veranlasst, die Einhaltung dieses Importverbotes im Rahmen einer Schwerpunktaktion zu überprüfen", sagte der Gesundheitsreferent des Landes heute, Freitag, im Rahmen eines Informationsgespräches. ****

Dabei wurden die Ergebnisse der Kontrollen vorgestellt. Innerhalb kürzester Zeit nahmen die Organe der Lebensmittelaufsicht 154 Betriebe in 45 Salzburger Gemeinden unter die Lupe. Dabei wurden Lieferscheine und Warenetiketten kontrolliert. "Die Überprüfungen konzentrierten sich vor allem auf den Lebensmittelhandel, Fleischerzeugungs- und Gastronomiebetriebe sowie türkische Geschäfte und Kebab-Buffets, da gerade dort fast ausschließlich Rindfleischprodukte angeboten werden", berichtete Buchleitner. Neben 80 Hotel- und Gastronomiebetrieben wurden 31 Einzelhandelsgeschäfte, 29 Fleischhauereibetriebe, sechs Großhändler, fünf Erzeugerbetriebe, zwei Betriebsküchen und ein Catering-Unternehmen überprüft.

Das wichtigste Ergebnis: "In keinem einzigen Fall wurde ein Verstoß gegen das Importverbot festgestellt", gab der Gesundheitsreferent bekannt. Vor allem der Lebensmittelgroßhandel hat sofort reagiert und deutsches Rindfleisch aus dem Verkauf genommen. Bei den Fleisch erzeugenden Betrieben war der Import aus der BRD bei Rindern schon bisher unüblich, stellte Buchleitner fest: "Der Druck des Handels in Richtung Herkunftsgarantie war seit längerem sehr stark und hat österreichischem Rind den eindeutigen Vorzug gegeben."

In Hotel- und Gastronomiebetrieben konnten die LebensmittelprüferInnen feststellen, dass fast alle Rindfleischprodukte von örtlichen Landwirten und Fleischhauern stammen. "Lediglich bestimmte Teile - etwa Tafelspitz oder Lungenbraten - werden über den Großhandel zugekauft, meist in tiefgekühlter Form. Diese Fleischteile kommen jedoch aus Ländern wie Argentinien oder Brasilien, schon wegen der besseren Qualität", schildert der Gesundheitsreferent. Wurstwaren kauft die Gastronomie vor allem über den Großhandel, wobei auch hier einheimische Produkte bevorzugt werden.

In türkischen Geschäften wurden bei den Kontrollen zwar Wurstwaren aus Deutschland gefunden, die Lieferpapiere ergaben jedoch, dass die Einfuhr bereits vor dem 21. Dezember 2000 erfolgt ist. "Nach dem Bekannt werden des Importverbots haben die entsprechenden Lieferfirmen ihre Fahrten nach Österreich sofort eingestellt", berichtete Buchleitner.

Kleinere türkische Händler hätten mit dem Einfuhrverbot kein Problem, weil es auch in Österreich Fleischerzeugungsbetriebe gibt, die Rindfleischwürste für die muslimischen MitbürgerInnen produzieren.

"Auch Kebab-Stände und Buffets sind auf österreichisches Rindfleisch oder Puten- und Hühnerfleisch umgestiegen", ist der Gesundheitsreferent mit den Prüfergebnissen zufrieden, schränkte für die gesamte Schwerpunktaktion allerdings ein: "154 Betriebe sind nur ein Ausschnitt. Eine lückenlose Garantie, dass kein deutsches Rindfleisch die Grenze nach Österreich überschreitet, kann es derzeit nicht geben." (Schluss) ns/mm

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