"Kleine Zeitung" Kommentar: "Laden dicht" (von Rainer Strunz)

Ausgabe vom 12.1.2001

Graz (OTS) - Wer amerikanische Verhältnisse kennt, weiß, dass Einkaufen rund um die Uhr zumindest in größeren Städten kein Problem ist. Es findet sich immer ein Laden, der gerade offen hat, wobei vor allem kleinere Betriebe und weniger große Ketten die Chance nutzen, nächtens ein Geschäft zu machen.

So gesehen ist der Vorstoss von Minister Martin Bartenstein, den Ladenschluss weitgehend freizugeben, nur zu begrüssen. Vorteile für beide Seiten zu schaffen indem man den alten Ladenschluss über Bord wirft und statt dessen die völlige Freiheit proklamiert, scheint die ideale Lösung zu sein, gäbe es nur Konsumenten und Unternehmer.

In der Praxis sind in Dienstleistungsunternehmen allerdings auch viele Dienstnehmer unterwegs, und die trifft der Bartenstein-Vorschlag höchst unterschiedlich. Junge, unabhängige Handelsangestellte dürften mit noch flexibleren Dienstzeiten eigentlich kein Problem haben, Frauen mit familiären Verpflichtungen hingegen wird die neue Freitheit wohl unlösbare Probleme bereiten.

Das dürfte Bartenstein in seiner Wandlung vom Familien- zum Wirtschaftsminister wohl entfallen sein. Rollbalken rauf heißt für viele den Laden dicht zu machen. ****

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