"ORF schlug Brücke von alt zu neu"

Wien, (OTS) - Die "Taxi Orange”-Enquete im ORF-Zentrum wurde am Nachmittag mit zwei Referaten von Philosophie-Professor Herbert Hrachovec und dem Psychiater und Neurologen Max Friedrich fortgesetzt. Beide konstatierten in ihren Referaten positive Aspekte dieses Realitiy-TV-Formats.

Ztl.: Bogen zwischen Fernsehfamilie und Internet

Univ.-Prof. Dr. Herbert Hrachovec, a. o. Professor am Institut für Philosophie der Universität Wien, sieht den Begriff "Fernsehfamilie” passender als Bezeichnung für "Taxi Orange” als "Wohngemeinschaft”. In Zeiten, da im Internet zu jeder Zeit jede Information erhältlich ist, und es zu jeder Zeit zur Selbstdarstellung zur Verfügung steht, sieht sich das klassische Fernsehen verstärkt vor Probleme gestellt. Reality-Formate sieht Hrachovec als Antwort auf dieses Dilemma, auf einen innovativen Rückgriff auf die Anfänge des Fernsehens (Fernsehfamilie) in Zeiten des Internets. Dem öffentlich-rechtlichen ORF sei damit eine Brücke von alt zu neu gelungen. Er habe Gruppendynamik behutsam dargestellt und ein österreichweit erfolgreiches Kammerspiel geliefert. Allerdings zeigte er sich skeptsch, was eine Fortsetzung von "Taxi Orange”betrifft: "Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist.” Dieser Coup sei nicht reproduzierbar, eine Fortsetzung würde dieses Programmformat in den Bereich konventioneller Programmgestaltung führen.

Ztl.: Intimität, Ichfindung und Identifikation

Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie sowie für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie, sieht Jugendliche vor allem auf der Suche nach den drei I” - Intimität, Ichfindung und Identifikation. Er verwies auf einen jugendlichen Paradigmenwechsel, immer mehr Kinder fordern Jugendlichen-Status ein und auch nach oben hin verschiebt sich die Grenze der Jugendlichen. Bei der Suche nach diesen drei "I’s” versage oft das Elternhaus, eine Alternative sei eine Fraternisierung mit den Kandidaten im Kutscherhof, mit der Folge der Idolisierung und Starkult, "denn diese sind oft leichter erreichbar als die Eltern. Die Menschen im Kutscherhof lebten öffentlich zusammen, man konnte sich mit ihnen identifizieren, mit ihnen mitleiden und mitfühlen. Darin liege die Faszination für Kinder und Jugendliche. Friedrich regte die Einführung von Coaching-Runden für Eltern an, wo das Geschehen aufgearbeitet werden könne. Nach einer von ihm durchgeführten Elternbefragung werde aber "Taxi Orange” als "so harmlos” angesehen, dass es nach Elternmeinung für Kinder akzeptabel und besser als der Wechsel zu anderen Kanälen mit nicht kindergerechten Programmen sei.

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