Fleischereibetriebe dürfen nicht belastet werden

Salzburger Fleischerinnung fordert österreichweite Lösung für BSE-Testkosten und Tiermehlentsorgung

Salzburg, 11. Jänner 2001/OTS- WK Sbg. Angesichts eines rapiden Absatzrückganges bei Rindfleisch in den Fleischerfachgeschäften um rund 50 bis 60% und der sich immer stärker abzeichnenden Entsorgungsproblematik von Schlachtabfällen und Tiermehl meldet sich nun die Innung der Salzburger Fleischer zu Wort. Sie fordert mit Nachdruck Kostenwahrheit bei der Entsorgung und bei den BSE-Tests. Aus der Krisensituation dürfe keine Geschäftemacherei entstehen.<p> Innungsmeister Helmut Karl will in der aktuellen BSE-Krise vor allem die Verbraucher beruhigen. Er ortet eine große Verunsicherung unter den Konsumenten. "Leider kommt es in diesem Zusammenhang auch immer wieder zu absoluten Fehlaussagen, wie jene von AK-Konsumentenschützer Maier, in der Streichwurst würden u. a. Innereien wie z.B. Hirn verarbeitet. Das ist nach den österreichischen Vorschriften, an die sich die vielfach behördlich geprüften Fleischereibetriebe penibel halten, gar nicht zulässig. Solche Aussagen und sonstige aktuelle Prüfaktionen tragen leider gar nichts zur Aufklärung der Konsumenten über BSE-Gefahren bei", betont Helmut Karl.<p>
"Wenn ich als Kunde in ein Fleischerfachgeschäft gehe, kann ich vielmehr davon ausgehen, dass alle derzeit vorgeschriebenen Kontroll-und Schutzmaßnahmen getroffen wurden, nach dem Stand der Wissenschaften und der Vorschriften produziert und daher mehr denn je beste Qualität und größtmögliche Sicherheit geboten wird", betont Karl. Er verweist darauf, dass Fleischereibetriebe auf vielen Ebenen penibelst geprüft werden, bei größeren Betrieben prüfe der Veterinär sogar täglich. Im Übrigen hat sich die Fleischerinnung schon lange vor Ausbruch der BSE-Krise für verpflichtende BSE-Tests ausgesprochen.<p>
Sowohl Landwirtschaft wie Fleischereibetriebe seien gewillt, alles zu tun, um jedes BSE-Risiko auszuschließen. Der Innungsmeister der Salzburger Fleischer tritt deshalb massiv dafür ein, die Tiermehlverfütterung, die ja in der Rinderzucht seit Jahren verboten ist, auch bei allen anderen Tierhaltungen zu verbieten: "Hört mit der Tiermehlverfütterung generell auf!", lautet sein Appell.<p>

Biobauer oder Nicht-Biobauer - bei BSE belanglos<p>

Gar nichts kann der Salzburger Innungsmeister den Empfehlungen von Konsumentenschützern abgewinnen, Konsumenten mögen sich jetzt verstärkt auf Fleisch von Biobauern beschränken. In Österreich oder Salzburg gebe es ohnedies keine quasi großindustrielle Tierhaltung wie in anderen EU-Ländern. Ebenfalls sei aufgrund der Gesetzeslage Tiermehl an Wiederkäuer weder in Biobauernhöfen noch in normal wirtschaftenden Bauernhöfen verfüttert worden. "Vom BSE-Risiko her gesehen, besteht zwischen Biorind und Nicht-Biorind keinerlei Unterschied", macht Innungsmeister Karl aufmerksam: "Es geht uns Fleischern darum, dass die Konsumenten zu allen Bauern Vertrauen haben, nicht nur zu den von Medien gehätschelten Biobauern." Immerhin sei es bisher noch zu keinem einzigen BSE-Fall in Österreich gekommen.<p>
Salzburgs Fleischer fordern angesichts der BSE-Krise außerdem, in der Viehhaltung generell einheitliche Normen der Kontrolle einzuführen. Immerhin gebe es auch auf der Seite der Produktion und Verarbeitung den Lebensmittelkodex, der einzuhalten ist.<p>

Kein Kapital aus der BSE-Krise schlagen<p>

Massiv wendet sich Karl gegen Absichten, aus der nunmehr notwendigen verstärkten Entsorgung von Tiermehl und Schlachtabfällen oder den verpflichtenden BSE-Tests ein Geschäft zu machen. Tiermehl stelle zum Beispiel einen sehr brauchbaren Brennstoff dar, der andere Brennstoffe substituieren könne. Hier ein Entgelt für die Verbrennung verlangen zu wollen, hieße, aus der Notsituation der Landwirtschaft und der Fleischwirtschaft Kapital zu schlagen. "Das lehnen wir ab!" <p>
Karl fordert die Politik auf, für Kostenwahrheit zu sorgen und ordnend zu wirken. Es könne nicht sein, dass der gleiche BSE-Test in Traunstein umgerechnet 620 S koste, in Österreich jedoch 1500 S. <p> Ab März ist die Finanzierung von BSE-Tests noch offen. Kosten für BSE-Tests und die Finanzierung der steigenden Entsorgungskosten von Tiermehl könne aber keinesfalls auf die Produkt-Preise abgewälzt werden. Bei der Entsorgung von Risikomaterial und Tiermehl und bei der Finanzierung von BSE-Tests müsse es vielmehr zu einer gemeinschaftlichen Lastenteilung kommen, fordert Karl, etwa durch Erhöhung von Entsorgungsgebühren durch Gemeinden. Das allgemeine Interesse an größtmöglicher Sicherheit müsse durch die Gemeinschaft insgesamt getragen werden. Auf jeden Fall müsse es zu einer einheitlichen österreichischen Lösung der Kostentragung kommen, da sonst die jetzt schon bestehende Wettbewerbsverzerrung zwischen den Bundesländern noch verstärkt werde.

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