Leitl zu "Natura 2000": Wirtschaft geht den Weg des Dialogs - BILD (web)

"Die Chancen des neuen europäischen Naturschutzes nutzen" -Kooperationsvereinbarung zwischen WKÖ und WWF

Wien (OTS) - Das EU-Naturschutzvorhaben "Natura 2000" stellt Österreichs Wirtschaft und Naturschützer vor die große Herausforderung, Naturschutz und Wirtschaftsinteressen auch in wirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten unter einen Hut zu bringen. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, haben die Wirtschaftskammer Österreich und die Naturschutzorganisation WWF gemeinsame Leitlinien für ein harmonisches Miteinander von Natur und Wirtschaft ausgearbeitet. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde am Donnerstag im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl und WWF Österreich-Präsident Helmut Pechlaner unterzeichnet.

"Besonders wichtig ist uns die Förderung von Dialog und Transparenz. Die bisher nur mangelhafte Einbeziehung der Betroffenen hat zu teilweise heftigem Widerstand bei der Ausweisung der Gebiete geführt. Um Akzeptanz zu erreichen, brauchen wir einen Dialog der neuen Art zwischen Ökologie und Ökonomie", betonte Präsident Leitl. Die Forderung nach Transparenz gelte für den gesamten Ablauf, von der Ermittlung der Schutzgebiete über die Festlegung von Managementplänen bis zur Durchführung von Naturverträglichkeitsprüfungen.

"Weniger Bürokratie bedeutet raschere Verfahren". Naturverträglichkeitsprüfungen sollten in das Genehmigungsverfahren integriert werden. "Zeit ist kostbar. Zeitersparnis bringt vor allem die Bündelung der gesetzlichen Regelungen auf Landes- und Bundesebene", stellte Leitl fest. Bei den Prüfungen sind für Naturschutz und Wirtschaft praxistaugliche österreichweite Standards von größter Bedeutung.

Den mit dem WWF eingeschlagenen Weg des Dialogs (Leitl: "Ein entscheidender Schritt vom Gegeneinander zum Miteinander") möchte die Wirtschaft auch mit den Behörden auf Landes- und Bundesebene weitergehen, "damit wir gemeinsam mehr für Natur und Wirtschaft erreichen".

Als Präsident des WWF Österreich wie auch als Direktor des ältesten Tiergartens der Welt sei er Naturschützer und Unternehmer zugleich, erklärte Pechlaner in seinem Statement. Er kenne daher aus seiner täglichen Arbeit die Herausforderungen auf beiden Seiten: "Wirtschaft und Naturschutz sind aufeinander angewiesen. Einerseits ist eine florierende Wirtschaft langfristig nur auf einer intakten ökologischen Grundlage möglich, andrerseits sind Investitionen in den Umwelt- und Naturschutz bei wirtschaftlichem Wohlstand leichter finanzierbar."

Natura 2000 steht für ein gesamteuropäisches Netzwerk der wichtigsten Naturgebiete, um langfristig Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräume zu erhalten. Die rechtliche Basis dafür bilden die Vogelschutz- und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, zu deren Umsetzung sich alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verpflichtet haben. Dieses moderne Naturschutzinstrument berücksichtigt erstmals auch die Interessen der Wirtschaft.

Ohne Übertreibung stelle Natura 2000, so Leitl und Pechlaner, das wohl ambitionierteste Naturschutzvorhaben in der europäischen Geschichte dar. In ihrem gemeinsamen Programm empfehlen Wirtschaftskammer und WWF den politischen Entscheidungsträgern auf Bundes- und Landesebene fünf Schritte für die erfolgreiche Umsetzung von Natura 2000: Es sind dies die oben dargestellte Förderung von Dialog und Transparenz, ein österreichweites aktives Gebietsmanagement, Rechtssicherheit für die Wirtschaft, eine effiziente Verfahrensabwicklung und schließlich eine ausreichende Finanzierung. Die fünf Schritte sollen in den nächsten 24 Monaten umgesetzt werden. Bei der Umsetzung sollten, so Leitl, auch die diesbezüglichen EU-Förderungen genützt werden. (hp)

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