ÖGB: Globalisierung der Gewerkschaften vorantreiben

Weltweites gewerkschaftliches Netzwerk als Antwort auf die Globalisierung

Wien (ÖGB). "In einer globalisierten Wirtschaft müssen die Gewerkschaften ebenfalls stärker auf einer internationalen Ebene agieren. Die Globalisierung der Gewerkschaften ist die logische Antwort auf die internationalen Strategien der multinationalen Unternehmen", sagte Fritz Verzetnitsch, Präsident des ÖGB und des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) im Rahmen eines Treffen der Generalsekretäre der Internationalen Berufssekretariate (ITS) am Donnerstag in Wien.++++

Bei dem hochrangig besetzten Treffen ging es um die neuen Herausforderungen, die geänderte Wirtschaftsformen an die Gewerkschaftsarbeit stellen. Einig waren sich die TeilnehmerInnen dabei, dass der Kontakt zur arbeitenden Bevölkerung über die nationalen Gewerkschaften, entscheidend für eine erfolgreiche supranationale Vernetzung der Gewerkschaften sei. Bill Jordan, Generalsekretär des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) betonte: "Damit wir der globalisierten Wirtschaft ein menschliches Gesicht geben können, muss es uns gelingen, dass uns die Menschen als einheitliche internationale Interessenvertretung wahrnehmen. Unsere vorrangigste Aufgabe ist die Verankerung von sozialen Mindeststandards und einem sozialen Sicherheitsnetz. Spätestens seit der Asienkrise Mitte der 90er Jahre sind die Gefahren der Globalisierung für das Individuum überall auf der Welt bekannt."

In der Medien-und Kommunikationsbranche ist die Konzentration der Unternehmen besonders groß, weiß Philip Jennings. Er ist Generalsekretär von United Network International (UNI), einer Fusion von Gewerkschaften, deren Mitglieder in der New Economy tätig sind. "Wir haben mit unserer Fusion auf die Tatsache reagiert, dass fünf Global Players in unserer Branche 80 Prozent des gesamten Marktanteils abdecken. Die kommende Herausforderung wird es sein, UNI genauso schlagkräftig zu organisieren wie unsere Gegenüber in der internationalen Wirtschaft".

Für Bill Jordan hat die derzeitige Weiterentwicklung der Gewerkschaften auch viel mit historischen Notwendigkeiten zu tun:
"Die nationalen Gewerkschaften haben sich im 19. Jahrhundert als Antwort auf die industrielle Revolution entwickelt. Wir reagieren auf eine massive Veränderung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Menschen, die in der globalen Welt arbeiten. Dabei geht es überhaupt nicht darum, den Fortschritt, die Veränderung zu bekämpfen, sondern darum den Fortschritt sozial verträglich zu gestalten. Unser Ziel ist, den Menschen mit seinen Bedürfnissen, auch mit seinem Wunsch nach Sicherheit wieder in den Vordergrund zu stellen. (hk)

ÖGB, 11. Jänner 2001

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