Görg: Wien soll Wallstreet des Wissens werden (2)

Reflexion, Entwicklung und Kritik des wissenschaftlichen Erbes

Wien, (OTS) Die Förderungstätigkeit der Stadt kommt allen wissenschaftlichen Disziplinen zugute. Der Förderung der Kultur-und Geisteswissenschaften kommt im Spektrum der vielfältigen Hilfestellungen, die die Stadt Wien ihren wissenschaftlichen Institutionen gewährt, ein großer Stellenwert zu. Diese Wissenschaften haben für die Selbstreflexion der Wissenschaft, für Aneignung und Kritik des kulturellen Erbes, damit aber auch für
die Entfaltung einer Kultur der Unterscheidung und für die Ausbildung der Fähigkeit, Prioritäten wahrzunehmen und zu setzen, eine große Bedeutung. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag
zur Durchsetzung und Bewahrung eines guten politischen Klimas in
der Stadtgesellschaft.

o Erforschung der Vienna Knowledge-Base
o Förderung und Präsentation der Johann Strauss Gesamtausgabe
o Förderung und Präsentation der Ludwig Wittgenstein Gesamtausgabe o Förderung und Präsentation der Johann Nestroy Gesamtausgabe
o Förderung und Präsentation der Ferdinand Raimund Gesamtausgabe
o Förderung und Präsentation eines kommentierten Wörterbuchs der

"Fackel" von Karl Kraus
o Förderung und Präsentation der Arthur Schnitzler-Tagebuch

Ausgabe
o Förderung und Präsentation der Mahler Ausgabe
o Förderung und Präsentation der Lanner Ausgabe
o Förderung und Präsentation der Mozart Ausgabe
o Förderung und Präsentation der Schubert Ausgabe
o Förderung des Austrian Academy Corpus

Förderung wissenschaftlicher Vereine

In Wien gibt es mehrere tausend wissenschaftliche Vereine,
die wichtige Forschungsaufgaben erfüllen und ein dichtes wissenschaftliches Programm planen und organisieren. Wissenschaftliche Forschungen, die keine Heimat in einem universitären Lehrstuhl haben, werden durch wissenschaftliche Institute mit Vereinsstatus betreut. Darunter finden sich große Institutionen wie das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften, das Institut für die Wissenschaften vom Menschen, das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, die Österreichische Forschungsgemeinschaft, das Institut Wiener Kreis, das Institut Mediacult, das Institut für Wissenschaft und Kunst. Diese Vereine führen wichtige Forschungen durch, und sie leisten eine unschätzbare Arbeit zur Reflexion, Dokumentation und Kritik des geschichtlichen Erbes und der kulturellen Traditionen. Vereine waren und sind für die Entwicklung, Entfaltung und Akzentuierung eines demokratischen Lebens und demokratischer Strukturen sehr wichtig. Besonders in einer sich ständig immer stärker individualisierenden Gesellschaft kommen Aktivitäten, die soziale Kohärenz fördern, besondere Bedeutung zu.

Die Förderung wissenschaftlicher Vereine hat für Wien auch die Bedeutung einer "Pflege des intellektuellen und kulturellen Humus der Stadt". Mit der Förderung der in Vereinen geleisteten wissenschaftlichen und intellektuellen Arbeit wird eine Verbindung zwischen den intellektuellen und innovativen Gruppen und Persönlichkeiten und der Verwaltungsarbeit der Stadt hergestellt.

Kooperation mit renommierten Zeitschriften

Die Stadt Wien geht vielfältige Kooperationen mit hoch qualifizierten PartnerInnen in der Forschung, aber auch in der Vermittlung von Wissenschaft und Forschung ein. Ziel dieser Partnerschaft ist es, exzellente Wiener Forschung in wissenschaftlichen Zeitschriften, aber auch in Wissenschaft vermittelnden Zeitschriften zum Ausdruck bringen.

o Schwerpunktheft der Zeitschrift PERSPEKTIVEN: "Wissenschafts-

und Innovationsstadt Wien"
o Schwerpunktheft der Zeitschrift "Illustrierte Neue Welt": Das

jüdische Wien
o Schwerpunktheft des Buch-Lesemagazins "Klaubauf"
o Schwerpunktheft des Wiener Journals zum Thema "Ich stamme aus

Wien"
o Zusammenarbeit mit der Österreichischen Hochschulzeitung
o Zusammenarbeit mit der Zeitschrift PERSPEKTIVEN
o Zusammenarbeit mit der Zeitschrift FALTER: "Wien 1848", "Wien im

Rückblick"
o Zusammenarbeit mit der Zeitschrift "Jüdisches Echo"
o Zusammenarbeit mit dem Newsletter der Sigmund Freud Gesellschaft
o Zusammenarbeit mit der Zeitschrift "Balkan"
o Zusammenarbeit mit den Medien der Universitäten (WU-Memo, Uni

News, Campus, etc.)
o Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Wiener Journal
o Kooperation mit "Spektrum der Wissenschaften" (Planung)
o Kooperation mit "Bild der Wissenschaft" (Planung)
o Kooperation mit "Universum" (Planung)
o Kooperation mit der Österreichischen Zeitschrift für Soziologie

(Planung)

Zusammenarbeit und Stiftung vertrauensbildender Maßnahmen mit EmigrantInnen

Ein Hauptanliegen der Wiener Vorlesungen war es von Anfang dieser Initiative an, Persönlichkeiten einzuladen, die ihre
Wurzeln in Österreich haben und durch den Naziterror zu Flucht, Emigration und Exil gezwungen wurden. Es war den Wiener
Vorlesungen vom Anfang dieser Initiative an bewusst, dass eine Einladung zu Vorträgen im Wiener Rathaus Vergangenes nicht ungeschehen machen kann. Zugleich hat die Erfahrung gezeigt, dass die Reflexion der durch die Ereignisse der NS-Vergangenheit am unmittelbarsten persönlich Betroffenen einen gemeinsamen Raum der Analyse, des Nachdenkens und Gedenkens schafft; einen Raum, in dem eine neue Atmosphäre der Solidarität zwischen den Vertriebenen, die im Exil eine neue Heimat gefunden haben, ihren Zeitgenossen,
die in Österreich geblieben sind, und den Nachgeborenen entstehen lässt.

Aus MitbürgerInnen wurden in den Jahren der Emigration
Fremde. Das Anliegen der Wiener Vorlesungen war und ist es, für diese Persönlichkeiten wieder Kristallisationsfelder für ein neues Heimatgefühl in Österreich zu schaffen. Und man kann zu diesem Anliegen eine Erfolgsbilanz ziehen, die sich vor allem in einer neuen Atmosphäre zwischen jenen BürgerInnen, die vor Jahrzehnten vertrieben wurden und nun wieder für Wien gewonnen werden, zeigt. Es ist tatsächlich in vielen Gesprächen gelungen, den Geist und die Atmosphäre des Wiens der 80er und 90er Jahre, die in zunehmendem Maß durch Liberalität und Weltoffenheit geprägt sind, zu vermitteln. Selbstgerechtigkeit und Selbstgefälligkeit lagen
uns in diesem Zusammenhang stets fern. Worauf es ankam, war zu zeigen, dass Wien wiederum an seine großen intellektuellen und kosmopolitischen Wurzeln angeknüpft hat, dass von der
Wissenschaft, vor allem aber von vielen jüngeren und älteren BürgerInnen Reflexionsarbeit geleistet wurde und wird, und dass es sehr viel an Offenheit und Humanität in den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Diskursen und Kommunikationsfeldern der Stadt Wien gibt.

o Förderung des Dokumentationsarchiv des österreichischen

Widerstandes
o Förderung der Theodor Kramer Gesellschaft
o Förderung des Vereines zur Erforschung der antifaschistischen

Literatur
o Förderung des Jewish Welcome Service
o Förderung zahlreicher Vereine, die sich mit der Aufarbeitung des

Nationalsozialismus auseinander setzen
o Ehrendoktorat für Marie Jahoda - Kooperation mit der Universität

Wien
o Ehrendoktorat für Ernst Gombrich - Kooperation mit der

Universität Wien
o Einladung bedeutender EmigrantInnen nach Wien
o Veranstaltung internationaler Theodor Herzl - Kongresse
o Internationales Rabbiner-Treffen in Wien
o Zusammenarbeit mit dem "Orpheus Trust" zur Aufarbeitung von

MusikerInnen im Exil

Kooperation mit befreundeten Städten

"Städte im Dialog" ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe
der Wiener Vorlesungen mit dem Büro für Internationale Beziehungen der Magistratsdirektion der Stadt Wien. Wiener Vorlesungen in befreundeten Städten verstärken das Netz intellektueller Kontakte und stellen geistige Brücken zwischen dem jeweiligen Veranstaltungsort und Wien her.

o Veranstaltung von Wiener Vorlesungen zu Themen, die die

Geschichte und Probleme von Wien und EU-Städten betreffen

Förderung von Initiativen, die Wien als offene Stadt unterstützen und zum Ausdruck bringen

Ein wesentlicher Aspekt der Erfolgsgeschichte Wiens war die Offenheit für die Eingemeindung von Zuwanderergruppen und von kulturellen Ausdrucksformen auf den Ebenen der Alltagskultur
ebenso wie auf der Ebene der Künste. In Wien wurde über viele Jahrhunderte eine soziale und kulturelle Kompetenz herausgebildet, sich mit "Fremdem" und "Neuem" kreativ auseinander zu setzen und
es einzugemeinden. In diesem Bereich findet sich der Humus für die Weltkunststadt Wien, aber ebenso für die Stadt mit einer differenzierten und großen sozialen Kompetenz, Fremdes zu schätzen und anzuerkennen. Die Stadt setzt viele Initiativen, die
Geschichte dieser kulturellen Offenheit zu erforschen und in der Gegenwart zu stärken.

o Förderung des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa
o Förderung des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen
o Förderung der Österreichischen Orient-Gesellschaft Hammer

Purgstall
o Förderung des Österreichischen Instituts für Internationale

Politik
o Förderung der Initiative Minderheiten
o Förderung des Vereines Exil
o Förderung der Asylkoordination
o Förderung des Vereines abif - Wissenschaftliche Vereinigung für

angewandte Bildungsforschung und Beratung - Projekt "Interkulturelle Sprachwerkstatt für Jugendliche der ersten und zweiten Generation sowie wissenschaftliche Begleitevaluation"
o Förderung des Vereines Sadocc - Southern African Documentation

and Cooperation Centre
o Förderung des Universitätszentrums für Friedensforschung
o Förderung des Verbandes der Polen in Österreich "Strzecha"
o Förderung des Vereines "Arche" - Plattform für interkulturelle

Projekte
o Förderung des Vereines für arabische Frauen
o Förderung des Vereines für interkulturelle Kommunikation und

Entwicklung
o Förderung des Wiener Instituts für Entwicklungsfragen und

Zusammenarbeit

Kooperation mit dem Europäischen Forum Alpbach

Die Wiener Vorlesungen veranstalten gemeinsam mit dem Europäischen Forum Alpbach "Stadtkulturgespräche", die sich mit Status quo und Zukunft städtischer Kultur und Urbanität auseinander setzen.

Wiener Vierteltouren

Seit dem Jahr 1986 laden die Wiener Vierteltouren zu sinnlich-kulinarisch-poetisch-musikalischen Reisen in die Wiener Volkskultur ein. Sie erkunden und vermitteln die Stadt gegen den Strich der Klischees. Sie verweisen auf Qualitäten, Reize und Widersprüche, die die Stadt in ihrer Einzigartigkeit und Eigentümlichkeit ausmachen. Die Wiener Vierteltouren spüren ohne Nostalgie aber mit großem Interesse für das Neue den Ausdrucksformen urbaner Kultur in Wien nach.

o Wiener Vierteltour 1986: "Wiener Grätzln"
o Wiener Vierteltour 1987: "Fremd sein, daheim sein - Einheit und

Vielfalt der Kulturen in Wien"
o Wiener Vierteltour 1988: "Wiener Juden"
o Wiener Vierteltour 1989: "Die Wiener und ihr Wald"
o Wiener Vierteltour 1993: "Klänge der Völker - eine Reise durch

Geschichte, Musik und Küche in die Kulturen des Andenraumes, West- und Zentralafrikas, des Vorderen Orients und Indiens in Wien"
o Wiener Vierteltour 1995: "Wasser der Wiener"
o Wiener Vierteltour 1996: "Wiener Heimaten"
o Wiener Vierteltour 2000: "Am Gürtel"
(Schluss) kru

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