Gewerbeverein: Stranded Costs und abgezockte Altinvestitionen

Wien (OTS) - Stranded Costs (Definition EVN: Betriebsbeihilfen, Definition einer Wirtschaftszeitung: Fehlinvestitionen) entstanden durch die herbeigesehnte Marktöffnung der EU. Sie werden aufgrund gesetzlicher Bestimmungen etwa Stromverbrauchern auf die Rechnung gesetzt. Genausogut könnte man sagen, sie sind die Folge von Missmanagement - denn immerhin war seit Beginn der 90er Jahre der EU-Beitritt und die darauffolgende Marktöffnung mehr als wahrscheinlich. Jedenfalls wahrscheinlicher als Tierschützer-Aktionen gegen Pelzmäntel-Hersteller. Auch die sollten Stranded Costs auf die Rechnung setzen können - nur wird das leider niemand bezahlen.

Demgegenüber stehen abgezockte Altinvestitionen, die Österreichs Steuerzahler in den Monopolzeiten bezahlen durften. Investitionen in die Telekominfrastruktur, aber natürlich auch in jene der damaligen Monopol-Energie-anbieter. Entschließt man sich heute einen alternativen Festnetzbetreiber oder einen der neuen Energielieferanten zu beauftragen, dann zahlt man noch einmal dafür, dass man zu "Apothekerpreisen³ seinerzeit telefonieren durfte. Die Argumentation ist stets der teure Auf- und Ausbau der Infrastruktur.

In Österreich wird immer kassiert, wenn es den Monopolisten so passt. Mit welchem Recht verlangt die ehemals monopolistische Telekom Austria von Telefonkunden anderer Festnetzanbieter für die "letzte Meile" noch Geld? Es gibt genug Menschen, die mit einer Telekom - ex Post-& Telegraphenverwaltung nichts mehr zu tun haben wollen. Sie ist zu teuer und der Groll, dass sie seinerzeit als Monopolist schändlichste Tarife vorgeschrieben hat, wird bei vielen wohl nicht so rasch in Vergessenheit geraten.

Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) fordert, dass nunmehr privatisierte Unternehmen auch unternehmerisches Risiko tragen. In einem deregulierten Markt weiterhin geschützte Werkstätte zu spielen, ist wohl nicht mehr zeitgemäß.

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