WKNÖ und AKNÖ gegen längere Öffnungszeiten im Handel

Gemeinsame Sozialpartner-Erklärung für faire Wettbewerbs- und Arbeitsbedingungen

Wien (OTS).- Gegen die von Wirtschaftsminister Bartenstein vorgeschlagene Ausdehnung der Öffnungszeiten im Handel sprechen sich die Präsidentin der Wirtschaftskammer NÖ, Sonja Zwazl, und der Präsident der Arbeiterkammer NÖ, Josef Staudinger, in einer gemeinsamen Erklärung aus. Die beiden Sozialpartnerverteter fordern Bartenstein auf, von seinen Plänen Abstand zu nehmen, da sie sowohl für die Beschäftigten als auch die Mehrzahl der Klein- und Mittelbetriebe große Nachteile bedeuteten. ***

Präsidentin Zwazl wörtlich: "Ich verstehe den Bartenstein-Vorstoß nicht. Er ist auch aus Sicht der Kunden unverständlich. Die einzigen, die davon profitieren würden, sind die großen Handelsketten, die sowieso die Vorteile von einheitlichen Öffnungszeiten und Werbemaßnahmen in den Einkaufszentren genießen. Wer auf der Strecke bleibt, sind wieder einmal die Klein- und Mittelbetriebe. Alle Initiativen von Stadt- und Ortskernen werden damit unterlaufen."

Mit der bisherigen Regelung sei eindeutig das Auslangen zu finden, so Zwazl. Studien zeigen, dass durchschnittlich gerade einmal 46,5 von 66 Stunden offengehalten wird. Die Wirtschaftskammer-Präsidentin setzt mehr Lebensqualität für den Kunden keinesfalls mit einer Ausdehnung der Öffnungszeiten gleich. Dies sei, betonte Zwazl, ein Vorstoß ohne jede Notwendigkeit. Was die Konsumenten am meisten interessiere, sei erstens eine bessere Überschaubarkeit, sprich wer, wann und wo sein Geschäft offen hält, und zweitens die vielerorts bereits erfolgte Koordination der Öffnungszeiten endlich auch in den Gemeinden und Städten - und nicht nur in den Einkaufszentren.

Außerdem, meint Zwazl weiters, dürfe man auch die Lebensqualität der betroffenen Unternehmer und ihrer Mitarbeiter nicht außer Acht lassen. "Unternehmer schaffen nicht nur Lebensqualität, sie haben auch ein Recht darauf. Schließlich haben auch sie Familie."

"Die Handelsbeschäftigten, insbesondere die weiblichen, stehen schon jetzt unter großem Druck und haben es schwer, ein geregeltes Familienleben zu führen. Deshalb lehne ich eine weitere Liberalisierung kategorisch ab", so AKNÖ-Präsident Staudinger. Umfragen zeigten überdies, dass fast 100 Prozent der Betroffenen in dieser Frage mit der Arbeiterkammer übereinstimmen. Und auch die Bevölkerung findet ganz offenbar mit den derzeitigen Möglichkeiten das Auslagen, wie namhafte Meinungsforschungsinstitute regelmäßig bestätigen. Das sei auch nur logisch, so der AK-Präsident, weil die Konsumenten längst erkannt hätten, dass das Geld zum Einkaufen ja nicht mehr wird, nur weil die Geschäfte länger offen bleiben. Außerdem seien auch noch sehr viele andere grundlegende Fragen völlig ungeklärt, wie etwa die Kinderbetreuung und die Verkehrsinfrastruktur.

Staudinger und Zwazl verlangen abschließend faire Wettbewerbs- und Arbeitsbedingungen im Handel und verweisen auf einschlägige Resolutionen ihrer Vollversammlungen in dieser Frage, die allesamt einstimmig angenommen wurden.

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