AMA (Agrarmarkt Austria) klagt Tierschutzverein auf Unterlassung David gegen Goliath - Agrarlobby will in BSE-Zeiten mit teurer Klagen Kritiker mundtot machen

Laaben (OTS) - Letzten Freitag erreichte den VgT - Verein gegen Tierfabriken eine Klage durch die AMA auf Unterlassung, Widerruf und Feststellung sowie ein Antrag auf Einstweilige Verfügung, mit einem Streitwert von öS 500.000.- ! der Grund: Eine Presseaussendung des VgT vom 7.12.00 anläßlich unserer Kundgebung vor dem Landwirtschaftsministerium mit der Grünen NR-Abgeordneten Dr. Madeleine Petrovic. Die darin enthaltenen folgenden drei Tatsachenbehauptungen sieht die mit einem Budget von jährlich mehr als 500 Millionen S aus Steuergeldern bestens ausgestattete AMA, vertreten durch den RA DDr. M. Ciresa, als "geeignet, unseren Kredit, unser Fortkommen und unseren Erwerb zu gefährden.":

"1. Gleichzeitig werden im neuen Agrarbudget ausgerechnet die Mittel für die AMA ("Agrarmafia Austria") um 90 auf über 500 Millionen S erhöht, während die Bio-Organisationen von 14 auf lächerliche 11 Millionen S gekürzt werden sollen.

2. Das AMA-"Gütesiegel" versucht zudem ganz bewußt zu verschleiern, daß sich der Biolandbau ganz wesentlich vom konventionellen unterscheidet und setzt in seiner Werbestrategie auf die Vermittlung einer "heilen Welt" mit Kühen auf der Alm, Schweinen im Stroh oder Hühnern auf der Wiese, ohne die - traurige und oft brutale Realität in Österreichs Tierfabriken zu erwähnen.

3. Über artgerechte Tierhaltung findet sich in den AMA-Richtlinien hingegen keine einzige Zeile. Das ist staatlich subventionierter, vorsätzlicher Betrug am Konsumenten!"

Wir sehen dieser Klage, die wir eigentlich erwartet haben, mit großer Gelassenheit entgegen und werden sie notfalls bis vor den OGH ziehen. Denn Tatsache ist, daß all diese "Anschuldigungen" der Wahrheit entsprechen und unsere Aussagen mittels jahrelang gesammelter Werbeaussagen der AMA belegt werden können. Die etwas überspitzte Formulierung "Agramafia Austria" kann als Wertung angesehen werden, die gerade im Zusammenhang mit den jahrelangen Vertuschungen durch die Agrarlobby beim BSE-Skandal im neuen Licht erscheint. Immerhin wurden uns bereits im Sommer 1998 anläßlich einer ähnlichen Klage durch das Stift Kremsmünster vom OGH die Bezeichnungen "Massentierhaltung" und "Tier-KZ" im Zusammenhang mit deren damaliger Hühnerbatterie ausdrücklich zugestanden.

Bereits vor drei Jahren hat der VgT ein Schreiben an die AMA gerichtet, beigelegt ein Fragenkatalog, in dem detailliert nach den Fütterungs-, Zucht- und Haltungsrichtlinien, insbesondere nach der Tierhaltung gefragt wurde - etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, ob Hühnerbatteriehaltung verboten sei, um das AMA-Gütesiegel zu erlangen. Ebenso wurde die Frage nach der Fütterung gestellt, in BSE-Zeiten ja keine uninteressante; aus dem Antwortschreiben, welches v.a. aus Allgemeinplätzen bestand, wurde jedoch ersichtlich, daß beispielsweise die Hühnerkäfighaltung NICHT verboten ist, genausowenig wie die Verfütterung von Tiermehl. Erlaubt war demnach auch die Verfütterung von Schlachtabfällen und genmanipuliertem Sojaschrot, das alles entspricht den AMA-Richtlinien - von konkreten Vorschriften über artgemäße Tierhaltung und gesunde Fütterung findet man darin allerdings keine Spur! Jede Menge Hinweise findet man lediglich in den ganzseitigen AMA-Werbetexten und Bildern mit Tieren auf der Weide!

Damit nicht genug, leiden unter dieser Vorgehensweise vonseiten der AMA auch die Bauern selbst unter ihrer eigenen "Vertretung"! Wer z.B. nicht innerhalb einer Woche die Geburt eines neuen Kalbes meldet, wird mit generellem Verkaufsverbot belegt! Trotz all der Werbelügen müssen noch immer täglich ca. 15 Klein- und Mittelbetriebe allein in Österreich ihren Hof für immer zusperren... Sind wir in unserem Land schon so weit, daß das Aussprechen von Tatsachen zu Klagen führt, mit dem Ziel, eine kleine Organisation finanziell zu "vernichten", die es als ihr oberstes Gebot sieht, sinnloses Leid zu verhindern, und zwar sowohl das von Tieren, als auch letztendlich jenes der Menschen?

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