"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Keine Anklage" (von Gerd Glantschnig)

Ausgabe vom 11. 1. 2001¶

Innsbruck (OTS) - Angesichts der seinerzeitigen massiven Vorwürfe und oft auch Vorverurteilungen war klar, dass die Katastrophe von Galtür einer möglichst objektiven Untersuchung zu unterziehen ist.

Die Staatsanwaltschaft hat eben aus diesen Gründen, einen ausländischen Gutachter beauftragt, nämlich das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung Weißfluhjoch. Dieses Institut genießt weltweit Anerkennung und dürfte auch ein Garant dafür sein, dass - um es salopp auszudrücken - nichts unter den Teppich gekehrt worden ist.

Es darf also davon ausgegangen werden, dass ein strafrechtliches Fehlverhalten im Fall Galtür nicht vorliegt. Denn das Schweizer Institut spricht klar und deutlich von einem in diesem katastrophalen Ausmaß unvorhersehbaren Ereignis.

Für die Angehörigen der Opfer wird das natürlich kaum ein Trost sein. Von den Gefahren im Hochgebirge ist und wird immer wieder gesprochen und geschrieben. Und auch davon, dass es in der freien Natur schlicht und einfach keine hundertprozentige Sicherheit geben kann.

Einheimische als auch unsere Gäste haben jedoch Anspruch auf jenes Maß an Sicherheit, dass unter Einbeziehung vorhersehbarer Gefahren angemessen ist. Das immer wieder zitierte Restrisiko ist dabei letztlich in Kauf zu nehmen.

Will man auch diesem Restrisiko ausweichen, wären in Tirol ganze Talschaften zu entvölkern. Skilaufen in Hallen auf irgendwelchen Müllhalden ist übrigens auch nicht ganz ungefährlich.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tiroler Tageszeitung,
Chefredaktion
Tel.: 0512/5354 DW 601¶

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PTT/OTS