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Klagenfurt (OTS) - Neue "Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Aus den Fehlern die Lehren ziehen=

Utl.: Ausgabe vom 11. Jan. 2001=

Die SPÖ werde aus den Fehlern der Vergangenheit
lernen, zog Parteichef Alfred Gusenbauer auf der Neujahrskonferenz in Wien ein Resümee. Nun, diese Fehler sind rasch aufgezählt: Eine Partei, die 30 Jahre an der Macht ist, träge weiter wurstelt und den Schuldenberg vor sich herschiebt, bietet für Wähler wenig Anreize. Schon gar nicht, wenn ihre Vertreter in die eigene Tasche arbeiten, die Sozialdemokratie zum Lobbyistenverein verkümmert und sie den Anspruch verliert, für alle Arbeitnehmer da zu sein. Das kritische Lager und die Liberalen hatten längst das Handtuch geworfen.
Aber auch innerparteilich nagte und nagt der Frust. Was soll denn der kleine Funktionär oder Kassier von seiner geliebten Partei halten, wenn ihre Chefs und Spitzen den Hut nehmen und im Kapitalismus gut bezahlte Jobs antreten? Ein Ortsparteiobmann hat nach einer Wahlniederlage keine Chance, nach Argentinien zu "flüchten" und ins Management einzusteigen oder sich bei Stronach ins Bett zu legen. Der kleine Rote muss sich der rauen Wirklichkeit stellen, die ihm sogar die Illusion, für eine bessere Sache zu kämpfen, raubte. So gesehen, war die Wahlniederlage programmiert.
Die Neujahrskonferenz war jedenfalls ein kritischer und guter Neubeginn. Denn es gab Zeiten in dieser Partei, in der Fehler weder zugegeben wurden noch das offene Wort gefragt war. Freilich, die alte Regierung brauchte Jahrzehnte, um abzuwirtschaften. Der neuen gelingt es innerhalb eines Jahres. Die Reichen werden noch reicher, die Armen ärmer. Sie fallen als sozial Schwache durch den Rost.

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