"Kleine Zeitung" Kommentar: "Etikettenschwindel" (von Martin Link)

Ausgabe vom 11.1.2001

Graz (OTS) - Zum wiederholten Male seit Ausbruch der BSE-Krise hat Gesundheitsminister Herbert Haupt gestern schärfere Kontrollen von Wurst- und Fleisch produkten angeordnet.

Aktuell geht es um Falschdeklaration deutscher Wurst - Stichwort:
Etikettenschwindel - und Risikomaterial in heimischen Produkten. Kontrollen, die bereits seit Oktober verstärkt durchgeführt werden.

Zum Beleg dafür verweist das Ministerium auf 155.000 Lebensmitteluntersuchungen im Vorjahr. Gewiss eine große Zahl, sie enthält allerdings alle Produkte, kurioserweise etwa auch Geschirr und Kosmetika, und relativiert somit die Angaben über getesteten Fleischesfrust.

Und: Mittlerweile müssten die wenigen Mitarbeiter der Lebensmittel aufsicht (je 19 in der Steiermark und Kärnten) zwischen Puten-Extra und Krakauer bereits rotieren, um den ministeriellen Weisungen überhaupt entsprechen zu können.

Zusätzliches Personal steht den Behörden für zusätzliche Kontrollen nicht zur Verfügung.

Etikettenschwindel zur Beruhigung der Konsumenten? Jedenfalls relativiert es die ministerielle Umtriebigkeit. Auch an der Kontrollschraube kann man nur so lange drehen, bis sie ansteht.

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