"Psychotherapie auf Krankenschein" - Vorsicht geboten!

Regelung auf äusserst wackeligen Beinen!

Wien (OTS) - Die Wiener Gebietskrankenkasse hat zu diesem Thema
eine Pressekonferenz für den 11. 1. 2001 angekündigt. Dazu erlaubt sich der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) Ihnen seine Stellungnahme zu übermitteln.

Die Wiener Gebietskrankenkasse feiert zum wiederholten Mal die Einführung von "Psychotherapie auf Krankenschein". Derzeit geht es um eine Versorgungslösung in Wien, die auf denkbar wackeligen Beinen steht und vom ÖBVP von Anfang an bekämpft wurde. Unserer Sichtweise wird von namhaften Rechtsexperten unterstützt, die die vorgesehene Vereinslösung in mehrfacher Hinsicht als rechtswidrig einschätzen.

Die Vorgangsweise der Krankenkassen zur Psychotherapie ist schlicht ein Skandal! Was ist passiert:

Im Vorjahr haben die Sozialversicherungsträger eine nicht tragfähige bundesweite Kassenvertragslösung angeboten und diese selbst in ihrer Verbandskonferenz abgelehnt.

Seither werden in den Bundesländern Alibi-Kleinstversorgungslösungen, die sogenannten "Vereinslösungen" verhandelt, um den Gesamtvertrag, zu dem die Kassen laut Gesetz verpflichtet sind, zu umgehen.

Damit treffen die Kassen gleich mehrere Fliegen auf einen Schlag:
Sie brüsten sich den PatientInnen gegenüber mit Psychotherapie auf Krankenschein, obwohl sie damit zwar einigen wenigen Psychotherapie auf Krankenschein ermöglichen, allen anderen aber die 80 % Kostenerstattung bei WahlpsychotherapeutInnen verwehren. Sie umgehen die Interessenvertretung der PsychotherapeutInnen, indem x-beliebige Gruppierungen, in Vereinen zusammengeschlossen, für Kassenverhandlungen zugelassen werden und schwächen damit den Berufsverband! Sie schaffen eine Konkurrensituation unter den PsychotherapeutInnen, die es den Kassen nach dem Prinzip "divide et impera" leicht machen, unannehmbare Bedingungen zu diktieren! Auf diese Weise wurde selbst unser eigener Wiener Zweigverein unter Druck gesetzt und zum Mitmachen gezwungen!

Wir unterstützen deshalb eine Gruppe von PsychotherapeutInnen, die sich zusammengefunden hat, um diese voraussichtlich rechtswidrige Lösung zu klagen!

Ansonsten bleibt dem ÖBVP derzeit nur die Möglichkeit, auf den Rechtsstaat Österreich zu vertrauen und darauf zu hoffen, dass die politisch Verantwortlichen dem bisher ungebremsten Treiben der Kassen nicht länger tatenlos zusehen! Wir werden jedenfalls weiterhin für alle Psychotherapiebedürftigen um eine vernünftige Versorgungslösung kämpfen!

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