BSE: Weiterhin Druck auf heimischem Schlachtrindermarkt

Preisminus bis zu ATS 7,- je kg - Rinderbörse fordert Konsumenteninformation

Wien, 10. Jänner 2001 (AIZ). - Auf Grund der BSE-Krise hält der Absatz- und Preisdruck auf dem österreichischen Schlachtrindermarkt weiter an. Die Notierungen für Schlachtrinder sind nach Angaben der Österreichischen Rinderbörse seit Beginn der BSE-Diskussion um bis zu ATS 7,- je kg gefallen, das sind etwa ATS 2.600,- bis 2.700,- je Tier. Während derzeit die Preissituation bei Kühen und Kalbinnen auf niedrigem Niveau relativ stabil ist, geraten die Stierpreise stärker unter Druck. Wie Rudolf Rogl, Geschäftsführer der Rinderbörse, im Gespräch mit dem AIZ betonte, habe sich die Absatzsituation für die Bauern durch die Einigung zwischen Bund und Ländern auf eine vorläufige Finanzierung der BSE-Tests etwas entspannt. Angesichts des deutlichen Konsumrückganges bei Rindfleisch(produkten) fordert Rogl eine bessere Aufklärung der Konsumenten über die BSE-Situation in Form einer Info-Hotline. Viele Kunden seien durch Pressemeldungen und die Theorien mancher Experten stark verunsichert worden, kritisiert der Geschäftsführer. ****

"Wir konnten in den ersten Jännertagen alle angemeldeten Schlachttiere vermarkten. Die Bauern haben bei uns eine Wartezeit von einer Woche, das ist normal. Für Kuhschlachtungen bestehen derzeit genügend Kontrakte mit den Schlachthöfen", berichtet Rogl. Das Schlachtkuhangebot sei nun saisonal bedingt um 20 bis 30 % geringer. Das hänge auch damit zusammen, dass die Frist für die Anmeldung von Mutterkühen vorverlegt wurde (ab 1. Jänner). Bei den Kalbinnen gebe es derzeit keine Absatzprobleme, das Angebot entspreche der Nachfrage, es würden sogar Exporte nach Italien durchgeführt.

Absatzprobleme bei Stieren

"Größere Schwierigkeiten haben wir seit letzter Woche mit den Stieren, hier ist uns der Markt stärker weggebrochen", so Rogl. Es gebe vor allem zwei Gründe dafür. Der Rückgang des Inlandsverbrauches nehme weiter zu. Expertenschätzungen zufolge sei der Inlandsabsatz bei Rindfleisch im Dezember um rund 20 % gesunken, seit Jahresanfang bewege sich das Minus in Richtung 30 %. "Eine zweite Schwierigkeit ist für uns, dass der italienische Markt durch Billiglieferungen aus Deutschland unter Druck geraten ist. Diese beiden Faktoren drücken auf den Stierabsatz, das betrifft auch Gütesiegeltiere", erläutert der Geschäftsführer.

Preisrückgang um bis zu ATS 7,- je kg

Anhaltend ungünstig gestaltet sich laut Rogl die preisliche Situation: Die Bauern erhalten für ihre Schlachttiere seit Anfang November (Beginn der BSE-Krise) um bis zu ATS 7,- je kg weniger. Diese Woche werden für einen Schlachtstier der Qualitätsklasse R mit Gütesiegelqualität ATS 34,50 je kg gezahlt, ohne Gütesiegelzuschlag ATS 33,-. Zum Vergleich: Anfang November bekamen die Landwirte noch ATS 40,80 inklusive Gütesiegelzuschlag. Für Schlachtkühe (R-Qualität) erhalten die über die Rinderbörse vermarktenden Bauern derzeit rund ATS 22,- je kg, im November waren es ATS 30,30 je kg. Die Erlöse für Schlachtkalbinnen (Klasse R3) in Gütesiegelqualität liegen nunmehr bei ATS 32,50 (November: ATS 36,-) und ohne Gütesiegelzuschlag bei ATS 31,- (November: ATS 34,50).

1.000 Schlachtrinder pro Woche vermarktet

In Oberösterreich und Niederösterreich liefern die Mitgliedsbetriebe der Rinderbörse pro Woche etwa 1.400 Schlachtrinder an, davon 60 % in Oberösterreich und 40 % im Land unter der Enns. Letzte Woche waren es - auch durch die Feiertage bedingt - nur rund 1.000 Stück. Der Marktanteil der Rinderbörse liegt in Österreich bei 23 %.

Die Österreichische Rinderbörse hat 14.000 Mitglieder, davon sind etwa 11.000 liefernde Betriebe in Ober- und Niederösterreich. Die Rinderbörse ist als GesmbH organisiert. Sie hat damit keine Direktmitgliedschaften der Bauern, sondern diese sind über neun Rinderzucht- und Mastorganisationen Mitglieder. In der im November 1999 gegründeten Arbeitsgemeinschaft der Rinder-Erzeugergemeinschaften sind neben der Rinderbörse auch Erzeugergemeinschaften anderer Bundesländer (Erzeugergemeinschaft steirisches Rind, Bäuerliche Vermarktungsgemeinschaft Kärntner Fleisch und Rinderzuchtverband Salzburg) vertreten. Alle vier Organisationen repräsentieren rund 25.000 Rinderbauern.
(Schluss) kam

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