Wintersaison auf gutem Kurs

Schenner: Neue Vetriebsstrukturen erfordern Kooperation und Vernetzung - Budgetbegleitgesetz "bittere Pille" für Wachstumsbranche Tourismus

Wien (PWK013) - Die Wintersaison ist trotz des späten Schneefalls bisher überwiegend erfolgreich verlaufen. Weihnachten und Silvester waren hervorragend gebucht, die Stimmung in den Betrieben ist gut. "Wenn das Wetter mitspielt, werden wir in diesem Winter wieder einen Zuwachs von ein bis zwei Prozent erwarten können", stellte der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Johann Schenner, Dienstag Abend vor Journalisten fest.

Nicht nur Wintersport, auch Städtereisen sind stark gefragt. So lag in Wien die Auslastung in der gehobenen Hotellerie im Dezember 2000 über jener von 1999, und die Buchungslage für den Beginn 2001 ist besser als im Vergleichzeitraum des Vorjahres, sagte Schenner. Einen Nächtigungszuwachs erwartet beispielsweise auch Graz, das über die Feiertage vor allem von italienischen Gästen geradezu "gestürmt" wurde.

Wegen der österreichweit unterschiedlichen Schneesituation ist allerdings, bei insgesamt guter Lage, in einigen Regionen das Geschäft hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Betroffen waren einige niedriger gelegene Schigebiete.

Als Antwort auf die Expansion großer internationaler Konzerne werden die heimischen, überwiegend kleingewerblich strukturierten Betriebe noch stärker kooperieren müssen. "Wir müssen mit Zusammenarbeit und Vernetzung ernst machen. Die neuen elektronischen Vertriebswege und Netzwerke bieten hier sicherlich interessante Möglichkeiten", führte der Sektionsobmann aus.

Es sei erfreulich, dass der Arbeitsmarkt im Tourismus weiter wächst. Die nunmehr fast 82.000 Mitgliedsbetriebe der WKÖ bieten vielen Menschen in Österreich ein sicheres und gutes Einkommen. "Das sollte man auch einmal anerkennen". Auch sei der Tourismus einer der Bereiche, in denen die Sozialpartnerschaft funktioniert, wie die erfolgreiche Abwehr der geplanten vierwöchigen Wartefrist auf das Arbeitslosengeld bewiesen habe. Aufrecht bleiben allerdings die Forderungen nach einer Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen:
"Noch niemand hat uns die Tatsache widerlegt, dass mehr als ein Drittel der arbeitslos vermerkten Beschäftigten im Gastgewerbe gar nicht vermittelbar ist".

Als bittere Pille für die Wirtschaftstreibenden bezeichnete Schenner das Budgetbegleitgesetz. Die neuen Belastungen der Unternehmen im Zuge der notwendigen Budgetkonsolidierung könnten durchaus als "Sparpaket 2001" bezeichnet werden. "Wir haben uns bereit erklärt, diese mitzutragen, wenn zumindest mittelfristig eine realistische Chance besteht, dass das Steuersystem insgesamt und auch die Lohnnebenkosten wieder internationalen Wettbewerbsbedingungen angepasst werden". Besonders negativ auf die Liquidität der Betriebe werden sich die erhöhten Steuervorauszahlungen im Einkommenssteuerbereich auswirken. Der wegfallende Investitionsfreibetrag bedeute für die Tourismusbetriebe eine zusätzliche Investitionsbremse.

Die umstrittene Frage der Getränkesteuer-Rückzahlung wurde, wie berichtet, an den Verwaltungsgerichtshof zurückverwiesen. Da EU-Recht tangiert wird, werde sich, so Schenner weiter, wahrscheinlich der EuGH mit der Angelegenheit befassen müssen. Die Bundessektion Tourismus ist der Meinung, dass es der EuGH nicht zulassen werde, eine bestehende Verpflichtung zur Rückzahlung durch "Bereicherungsverbote" zu umgehen.

Das Jahr 2001 stehe auch für den Tourismus ganz im Zeichen der intensiven Vorbereitung auf den Euro. Neben den Banken und dem Handel sind es ja tatsächlich vor allem die Fremdenverkehrsbetriebe, die große Herausforderungen bei der Umstellung bestehen müssen. "Wir werden alles daransetzen, um dieses wichtige Projekt, von dem der Tourismus stark profitieren kann, bestmöglich voranzutreiben. Vor allem erwarten wir uns dabei Verständnis beim Wirtschaftsminister, der mit der bevorstehenden Euro-Verordnung sehr viel zu einer bürokratiearmen und kostensparenden Vorgansweise beitragen kann", fasste Schenner zusammen.

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