Papierverarbeitung: Mengenkonjunktur und Rohstoffkosten drücken Ergebnisse

Produktion 2000 um 5% über dem Vorjahresniveau - Kostensteigerungen bei Papier und Karton konnten nicht voll weitergegeben werden

Wien (PWK012) - Nach einer guten Entwicklung der Umsätze in den ersten drei Quartalen (Menge +4,5%, Wert +5,7 %) rechnet die Papier und Pappe verarbeitende Industrie für das Gesamtjahr 2000 mit einem Mengenzuwachs von 5% und einer Wertsteigerung der abgesetzten Produktion von 6 %, heißt es in einer Aussendung des zuständigen Fachverbandes PPV in der Wirtschaftskammer Österreich. Die 100 Betriebe der PPV-Industrie werden im Jahr 2000 rund 880.000 to Papier und Karton verarbeitet und einen Produktionswert von knapp 20 Mrd. öS (1,45 Mrd ?) erreicht haben. Der Export dürfte mit einem Plus von 10% allerdings nicht die Steigerungsraten anderer Industriebereiche erreichen. Die Importe werden um etwa 6% wachsen. Der Beschäftigtenstand war leicht rückläufig und lag Ende 2000 bei etwa 8.800 Mitarbeitern.

Die fulminanten Kostensteigerungen bei Papier und Karton - seit Mitte 1999 je nach Rohstoff zwischen 20% und 50% - konnten nicht in ausreichendem Umfang am Markt weitergegeben werden. Diese Mengenkonjunktur bei unzureichenden Preisen wird sich bei vielen Unternehmen in einer Verschlechterung der Betriebergebnisse gegenüber dem Vorjahr niederschlagen. Die Preissituation bei Rohpapier und Karton hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. Sonstige Vormaterialien, Energie, Transporte sowie Personalkosten haben ebenfalls drastisch erhöht, was bisher nicht in den Preisen berücksichtigt werden konnte. Es muss daher mit weiteren Preisanhebungen der Papierverarbeitung gerechnet werden.

Für das Jahr 2001 rechnet die Papierverarbeitende Industrie zwar weiterhin mit einer guten Auftragslage, die Dynamik dürfte sich jedoch abschwächen. Angesichts der zurückgenommenen volkswirtschaftlichen Prognosen und einem Verlust an Kaufkraft durch die Erhöhung von Steuern und Abgaben zur Budgetkonsolidierung ist ein leichter Konsumrückgang zu erwarten.

Die Auslastung der einzelnen Branchen war im vergangen Jahr unterschiedlich. Während die Wellpappe-Industrie gut beschäftigt war, haben Faltschachtel und Flexible Verpackung als Folge der Strukturveränderungen im Kundenbereich notwendige Kapazitätsanpassungen vorgenommen und nur leichte Zuwächse erreicht. Deutlich negative Entwicklungen gab es bei Büro-/Organisationsmitteln, hier insbesondere im Endlosbereich. Auch die industrielle Buchherstellung musste durch Produktionsverlagerungen ins Ausland einen Rückgang hinnehmen.

Faltschachtelhersteller wie Mayr Melnhof Packaging und Wall AG, die Frantschach Packaging Gruppe sowie Tann Papier und die Wiener Spielkartenfabrik Ferdinand Piatnik sind Beispiele für österreichische Unternehmen der Papierverarbeitung, die am europäischen Markt und auch weltweit erfolgreich tätig sind. Die österreichische Wellpappeindustrie hat bereits vor Jahren durch Niederlassungen in den Ostländern den Heimmarkt geschützt und sich für die Versorgung der Ostmärkte fit gemacht. Diese erfolgreiche Oststrategie wurde fortgesetzt und wird auch von den anderen Branchen der Papierverarbeitung eingeschlagen, die angesichts des schrumpfenden Heimmarktes den Kunden in neue Märkte folgen müssen.

E-Commerce, technologische Veränderungen und Ost-Erweiterung konfrontieren die Industrie mit neuen Herausforderungen. Die österreichischen Standorte der PPV-Industrie werden sich im anhaltend starken Wettbewerb der fortschreitenden Europäisierung und Internationalisierung zu behaupten haben, heißt es im Fachverband PPV. (MH)

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