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Klagenfurt (OTS) - Neue "Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Geschäfte mit dem Kranksein=

Utl.: Ausgabe vom 10. Jan. 2001=

Unser Gesundheitswesen ist zu teuer. Um es zu
finanzieren, wurden und werden höhere Rezept- und Ambulanzgebühren sowie die Mitversicherung kinderloser Frauen eingeführt. Abgesehen davon, dass sozial Schwächere zur Kasse gebeten werden, ist es mehr als problematisch, Frauen, die Kinder wollen, aber keine gebären können, zu bestrafen.
Die zweite Schiene, unser Krankensystem zu reformieren, läuft über Einsparungen. Die Familie Österreicher gab im Vorjahr rund 23 Milliarden Schilling für Medikamente aus. Vorsichtigen Schätzungen zufolge landeten davon Pillen und Wässerchen im Wert von etwa fünf Milliarden in den Mistkübeln. Als im Vorjahr bekannt wurde, dass die Rezeptgebühr erhöht wird, begannen die Menschen Medikamente zu horten. In den Apotheken fanden regelrechte Hamsterkäufe statt. Und wenn der Hausarzt nein sagte, gingen die Patienten halt zum Facharzt und ließen sich die Salbe ein zweites Mal verschreiben. Dieser Unsitte wird in Österreich bereits ein Riegel vorgeschoben. Hoffnung, das Kostenbewusstsein zu heben, macht auch die Ankündigung der Gebietskrankenkasse, den Versicherten ab dem Jahr 2003 regelmäßig vor Augen zu führen, wie viel für ihre Heilung tatsächlich ausgebenen wird.
Die Alpenrepublik liegt bei den Medikamenten mit einem Fabriksabgabepreis von 90 Schilling pro Packung zwar unter dem EU-Schnitt, dennoch ist es unverständlich, warum das Wiener Schnitzel nur mit zehn Prozent belastet wird, während die Mehrwertsteuer für Heilmittel 20 Prozent ausmacht. Der Staat macht mit dem Kranksein Geschäfte.

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