"Neues Volksblatt" Kommentar: "Lehrstück" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 10. Jänner 2001

LINZ (OTS) - Die Lust, mit ihrem Pilotprojekt in Sachen Verwaltungsreform die für dieses Thema verantwortliche Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer förmlich vor sich herzutreiben, war dem Präsidenten der Wirtschaftskammer, Christoph Leitl, ebenso anzumerken wie GÖD-Chef Fritz Neugebauer. Man kann es ihnen, angesichts der Säumigkeit der FPÖ-Chefin, nicht verübeln.
Außer schon obligaten Rundum-Attacken auf die Pragmatisierung und vollmundig verkündeten Beamten-Abbauplänen war von Riess-Passer und ihren Parteifreunden wenig zu vernehmen. Die zentralen Fragen, welche Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung abgebaut werden, welche Aufgaben der Staat künftig überhaupt noch übernehmen soll, liegen praktisch unbeackert da. Ein Wirtschaftsmanager, der Personalabbau-Pläne verkündet, ohne noch zu wissen, welchen Weg sein Unternehmen künftig einschlagen soll, müsste sich, im Minimum, den Vorwurf der Ungeschicklichkeit gefallen lassen. Gleiches gilt für die oberste Verwaltungs-Managerin der Republik. Die Hoffnung, mit dem "Feindbild Beamte" populistisch punkten zu können, kann da nicht einmal mehr als taktische Finesse durchgehen. Wirtschaft und GÖD haben der Vizekanzlerin in jeder Hinsicht, auch in taktischer, gestern ein Lehrstück geboten.

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