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Presse-Kommentar: Weitsichtige Nachsicht (von Christian Ultsch) Ausgabe vom 10. Jänner 2000

Nach seinem Auszug aus dem Weißen Haus warten auf Bill Clinton nicht unbedingt entspanntere Zeiten. Sonderermittler Robert Ray wetzt bereits das Messer: Der Sex-Skandal um Clintons ehemaliges Mädchen für fast alles, Monica Lewinsky, soll noch einmal aufgetischt werden. Sobald er seines Amtes entkleidet ist, steht dem 42. Präsident der USA mithin möglicherweise eine Anklage wegen Meineids ins Ferienhaus.
Eine Neuauflage der Schlammschlacht wäre ungefähr das letzte, was die USA jetzt brauchen. Die jüngste Präsidentenwahl war aufwühlend genug. Umso klüger agiert George W. Bush, wenn er seinen Vormieter mit weiteren "Lewinskyiaden" verschonen will. Ohne Versöhnung mit den Demokraten wird es der Texaner in Washington schwer haben. Und den rechten Flügel der Republikaner hat Bush ohnehin schon gut bedient: Alte Krieger à la Rumsfeld (künftiger Pentagon-Chef) haben sich nicht zufällig ins neue Kabinett verirrt.

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