"Kleine Zeitung" Kommentar "Blaue Wanzen" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 10.01.2001

Graz (OTS) - Der Wiener Bürgermeister, der es gar nicht erwarten kann, möglichst rasch zu wählen, gibt sich "im höchsten Ausmaß amüsiert". Man habe, berichtete Michael Häupl, "weder blaue Wanzen noch Schildläuse gefunden".

Damit das Publikum nachvollziehen kann, was den Rathausmann so erheitert, muss man daran erinnern, dass Jörg Haider in der Endphase der Volksabstimmung über den EU-Beitritt die Österreicher mit der Schreckensnachricht umzustimmen versuchte, das Euro-Joghurt enthalte Schildläuse.

Das ist aber schon sechs Jahre her, aber für Häupl immer noch ein Thema.

Die blauen Wanzen sind jüngeren Datums. Die Staatspolizei fand es der Mühe wert, das Büro des Bürgermeisters nach Abhörgeräten zu untersuchen. Im Computer des FPÖ-Parteisekretärs wurde nämlich eine Notiz entdeckt, aus der die Fahnder auf ein Watergate im Wiener Rathaus schlossen.

Abgesehen davon, dass nur ein Dummkopf solche Pläne speichert, drängt sich die Frage auf, wie lange Justiz und Exekutive in der Spitzelaffäre noch ermitteln. Ein Vierteljahr ist schon ohne Ergebnis verstrichen. Die Öffentlichkeit möchte mehr erfahren als die Jagd nach den blauen Wanzen. Der Fasching ist bald zu Ende. ****

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