Presseaussendung der Israelitischen Kultusgemeinde Wien: "Reaktion auf Meldung im "Format" vom 5.1.2001"

Wien (OTS) - Wie wir einer Meldung des "Format" vom 5.1.2001 entnehmen, hat uns Karl Blecha in einer Palästina-Solidaritätsversammlung in Wien vergangenen November einen Blick in sein wahres Ich gewährt. Nicht ein ausgewogenes, von historischen Tatsachen geprägtes, auf dem Willen zur Vermittlung und Versöhnung beruhendes Bild des Nahen Ostens zeichnet er vor seinen Zuhörern, sondern ein einseitiges, ideologisches, von tiefem Israelhaß zeugendes Zerrbild, dabei aus einem Wortschatz schöpfend, der unter westlichen Politikern heutzutage seinesgleichen sucht.

In einer Zeit, da ein israelischer Ministerpräsident sich über Tabus im Lande hinwegsetzt und Friedensvorschläge unterbreitet, welche am bisherigen Selbstverständnis der Juden rühren und welche nur dann der israelischen Bevölkerung schmackhaft gemacht werden können, wenn sie tatsächlich zum Frieden führen, in einer Zeit, die vielmehr beschwichtigender Worte und Taten als aufpeitschender Rhetorik bedarf, schöpft Blecha in seiner Stellungnahme zum Nahostgeschehen aus dem Fundus der Feindschaft und des Hasses. Er setzt Zionisten mit Rassisten gleich, bezeichnet Israel als Muster eines Unrechtsstaates, spricht davon, daß Wortbrüche eine zionistische Tradition haben und fordert internationale Sanktionen gegen Israel, all das in einer Diktion, wie sie gemäßigte Palästinenser schon längst abgelegt haben.

Wenn wir Juden von Blechas Entgleisungen lesen, die Augen schließen und uns sechzig Jahre zurückerinnern, so schrillen uns ähnliche Töne im Ohr: von Juden als Rassisten, als Lügner und Wortbrüchige, als Feinde des Volkes gröhlen da die verblendeten Massen, und von entsprechenden Maßnahmen ist da die Rede, die gegen sie getroffen werden müßten....

Nein, Blecha hat seine Lektion aus der Geschichte wahrlich nicht gelernt!

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