Jugendämter halfen 1.200 Kindern Buchleitner: Unterstützung der Familien gewinnt an Bedeutung

Salzburg (OTS) - Unbeschwert und glücklich
aufzuwachsen, ist leider nicht für alle Kinder und
Jugendlichen möglich. Bei mehr als 1.200 jungen
Salzburgerinnen und Salzburgern mussten die
Jugendämter im Vorjahr eingreifen und den
Erziehungsprozess mit professionellen Hilfen
unterstützen. Während die Zahl der Unterbringungen
außerhalb der eigenen Familie verringert werden
konnte, hat die Betreuung in den Familien an Bedeutung
gewonnen. "Die Jugendwohlfahrt hat ein klares Ziel:
Familien zu retten, wo es noch etwas zu retten gibt",
sagte heute, Dienstag, 9. Jänner, Landeshauptmann-
Stellvertreter Gerhard Buchleitner.

Die Zahl der Kinder, die von den Jugendämtern betreut
werden, ist im Vorjahr, um sechs Prozent auf 1.238
gestiegen. Eine Unterbringung außerhalb der eigenen
Familie war in 342 Fällen notwendig, um 15 weniger als
im Jahr zuvor. Weitere 363 Kinder und Jugendliche
fanden in einer Pflegefamilie ein vorübergehendes
Zuhause. "Leider sind immer weniger Eltern bereit,
schwierige Kinder bei sich aufzunehmen", weist
Buchleitner auf einen problematischen Trend hin. Dabei
wäre die Unterbringung in einer Ersatzfamilie die
beste Form, Kindern aus zerrütteten Verhältnissen
wieder eine neue Chance zu geben. "Von der
Jugendwohlfahrt wird dafür eine entsprechende
Ausbildung angeboten, außerdem erhalten die
Pflegeeltern eine solide finanzielle Unterstützung",
macht Buchleitner auf die Rahmenbedingungen
aufmerksam.

Von 445 auf 533 stieg die Zahl der ambulanten
Betreuungen. Für Landeshauptmann-Stellvertreter
Gerhard Buchleitner ist diese Entwicklung sehr
erfreulich: "Viele Eltern sind ganz einfach
überfordert mit der Aufgabe, Kinder zu erziehen. Sie
zu unterstützen und ‚Familien zu kitten‘, ist nicht
nur besser für die jungen Menschen, sondern auch
kostengünstiger als eine Unterbringung in einer
betreuten Wohngemeinschaft oder anderen Einrichtung."
Aus vielen Einzelschicksalen weiß der Sozialreferent,
woran es den Kindern fehlt: "Armut zerstört viele
Familien. Ein arbeitsloser Familienvater, der dann
auch noch zu trinken beginnt, steht oft am Beginn
einer Tragödie, die es notwendig macht, dass die
Jugendämter eingreifen." Viele Gründe sind dafür
verantwortlich, dass Kinder nicht ohne Hilfe der
Behörde aufwachsen können. "Zerrüttete Verhältnisse,
Alkohol und Gewalt, aber auch die pure Verwahrlosung
in Familien, die keine finanziellen Sorgen haben, sind
häufiger als man denkt", sagt Buchleitner.

In Wohngemeinschaften stehen derzeit 120 Plätze für
das gesamte Bundesland zur Verfügung, 78 junge Leute
können die Kinderdörfer aufnehmen, weitere 65 Plätze
gibt es in anderen betreuten Wohnformen. Mehr als die
Hälfte der Kinder, die derzeit getrennt von ihren
Eltern leben, kommt aus der Landeshauptstadt (192), im
Flachgau sind es 81 Kinder, gefolgt vom Pongau (24),
Pinzgau (23) und Tennengau (15). Außerhalb der Familie
wohnen auch sieben Kinder aus dem Lungau.

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