Bogath: Unwürdiger Karenzgeldstreit zulasten der Frauen

Regierungsdiskussion um nichtfinanzierbares Karenzgeld ist absurd

Wien (ÖGB-NÖ). Der zwischen Herrn Frauenminister Haupt und Finanzminister Grasser inszenierte Streit um das Karenzgeld ist nur als unwürdiges Schauspiel einer uneinigen FPÖ-Regierungsfraktion zu verstehen, mit der die Frauen hinters Licht geführt werden sollen. Angesichts der Tatsache, dass das Karenzgeld für alle ohnehin nicht finanzierbar ist, ist eine Regierungsdiskussion darüber, wann nicht vorhandene Mittel mit welcher Begründung an wen nicht ausbezahlt werden sollen, schlicht absurd, stellte Dienstag die Landesvorsitzende der ÖGB-Frauen-NÖ, KR Christa Bogath, klar. "Klar ist vor dieser traurigen politischen Kulisse nur eines: Die Benachteiligung der niederösterreichischen Arbeitnehmerinnen. Denn selbst wenn mit einer Brachialfinanzierung die 6.000 Schilling für alle Frauen realisiert werden, hilft das den Arbeitnehmerinnen in Wahrheit nichts. Denn als Alleinerzieherin von 6.000 Schilling im Monat zu leben ist unmöglich und die Betreuung auch nur eines einzigen Kindes wird durch wegfallende Förderungen für die Krabbelstuben, Kinderkrippen und Kindergärten ein Vielfaches kosten", unterstrich Bogath.++++

Und selbst wenn eine Mutter dieses Kunststück zusammenbringt, zu Hause bleiben und vom Karenzgeld zu leben, hat sie damit in Wahrheit nichts gewonnen: Weil sie nach drei Jahren den Anschluß an die Arbeitswelt verloren hat, nur sehr schwer auf einen qualifizierten Arbeitsplatz zurückkehren und damit kaum mehr ein existenzsicherndes Einkommen erzielen kann. "Das angeblich so großzügige und frauenfreundliche Karenzgeld für alle - tunlichst noch auf drei Jahre - wird damit zur Falle für die arbeitenden Frauen und leitet den Weg in eine armutsgefährdete Zukunft ein", stellte die ÖGB-NÖ-Landesfrauenvorsitzende klar. Auch wenn dieses Geldgeschenk, für das bis jetzt noch die Bedeckung fehlt, noch so verlockend wirkt, seien alle Frauen gewarnt, der Regierung "auf den Leim" zu gehen. "Außer den Gattinnen gutverdienender Männer oder Töchtern gutbetuchter Elternhäuser hilft dieses Geldgeschenk nämlich niemanden", warnte Bogath abschließend. (nk)

ÖGB, 9. Jänner 2001
Nr. 016

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