ARBÖ: Wenn Streusplitt zur Gefahr wird

Kaputte Windschutzscheiben müssen nicht getauscht werden

Wien (ARBÖ) - Streusplitt hat viele Vorteile, aber leider auch Nachteile. Abgesehen von der Schleudergefahr bei Rollsplitt sind
die aufgewirbelten Kieselsteine auch eine Gefahr für die Windschutzscheibe, so die ARBÖ-Techniker.

Sollte die Windschutzscheibe durch einen Steinschlag, ausgelöst durch einen vorausfahrenden Fahrer, beschädigt werden, raten die ARBÖ-Verkehrsjuristen von einer wilden Verfolgungsjagd des "Unfallgegners" dringend ab. Der eleganteste Weg, um zu seinem
Recht zu kommen: Das Kennzeichen des Vordermannes notieren. Über Verkehrsamt oder Bezirkshauptmannschaft kann man dann das Fahrzeug ausforschen und seine Ansprüche bei der gegnerischen Versicherung geltend machen. Wer eine Kaskoversicherung für sein Fahrzeug hat, der kann den Glasbruch bei der eigenen Versicherung geltend
machen.

Übrigens: Der ARBÖ repariert österreichweit mit speziellen Geräten durch Steinschlag beschädigte Windschutzscheiben. In einem speziellen Verfahren werden dabei die kleinen Einschläge an der Windschutzscheibe mit Kunstharz gefüllt das nach dem Aushärten genauso durchsichtig ist wie Glas. Das ist in jedem Fall
wesentlich billiger als der Tausch der kompletten Scheibe, die durchschnittlich 8.000 Schilling kostet. Da die Scheibe meistens
mit der Karosserie verklebt ist, kann sie nur mit hohem Arbeitsaufwand gewechselt werden.

Weitere Vorteile der Reparatur gegenüber dem Scheibentausch:

  • der Kauf einer neuen Mautvignette bzw. Begutachtungsplakette entfällt
  • das Wageninnere bleibt von Glasscherben verschont
  • die Abfallentsorgung entfällt

Wer den "Steinschaden" an der Windschutzscheibe beim ARBÖ reparieren lassen will, sollte die Schadenstelle so rasch wie möglich abdecken, um das Eindringen von Schmutz zu verhindern (beispielsweise mittels Leukoplast aus dem Autoverbandskasten).
Bei Schäden im unmittelbaren Sichtbereich des Fahrers (Augenhöhe) sollte - im Interesse der Verkehrssicherheit - weiterhin die
Scheibe getauscht werden, so die ARBÖ-Techniker

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