"Kleine Zeitung" Kommentar: "Heilige Kuh" (von Carina Kerschbaumer)

Ausgabe vom 9.1.2001

Graz (OTS) - Er mag es nun drehen und wenden, wie er will: die Aussage war klar: Sozialminister Herbert Haupt, bislang in Interviews ein Meister des überlegten Wortes, ist in sein erstes Fettnäpfchen getreten. Wer die steuerliche Begünstigung der Abfertigungen bereits in einer Übergangsphase "zumindest teilweise" ändern will, attackiert mit dem Skalpell eine heilige Kuh von Herrn und Frau Österreicher. Eine schmerzhafte Attacke, die nur übertroffen werden kann durch eine Diskussion über die nicht gerade sozial fairen Steuerbegünstigungen des 13. und 14. Gehaltes.

Dass der Tierarzt nun doch nicht als Akut-Schlächter der Abfertigungsbegünstigungen dastehen will und die Schlachtung ins ferne Jahr 2024 verlegt, ist verständlich. Weit wichtiger wäre auch, das derzeitige Abfertigungsmodell endlich zu ändern. Denn von den rund 900.000 Arbeitnehmern, die letztes Jahr ihr Arbeitsverhältnis beendeten, kamen nur rund 160.000 in den Genuss einer Abfertigung. Und wer es wagt, mobil zu sein und selbst kündigt, wird überhaupt durch Streichung der Abfertigung bestraft.

In einer Zeit, in der von Arbeitnehmern Flexibilität und Mobilität gefordert wird, eine anachronistische Absurdität. ****

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