Gewerbeverein: Unsinnige Beamten-Privilegien

Wien (OTS) - Der Vizekanzlerin kann man nur gratulieren, den
Versuch zu machen, mit den Beamtenprivilegien aufzuräumen. Vielleicht ist der Stil oft nicht gerechtfertigt - jedenfalls motivierend für die Betroffenen ist er nicht; auch das kostet den Staatsbürger viel Geld.

Oft meinen Beamte - aus ihrer Sicht verständlich - sie wären unterprivilegiert.

An einem einzigen Beispiel sei festgemacht, wie nach wie vor Beamte Vorteile einheimsen, von denen Angestellte in der Privatwirtschaft nur träumen können.

Vergangener Samstag war Feiertag. Eine aus der Zeit der Sechs-Tage-Arbeitswoche stammende Regelung gewährte nach Einführung der Fünftagewoche jahrzehntelang Mitarbeitern einen weiteren Urlaubstag als Ersatz für einen Samstag-Feiertag.

1993 schaffte der OGH diese unsinnige Regelung für den Bereich des für Arbeiter und Angestellte geltenden Urlaubsgesetzes ab. Wer an einem Tag kraft Gesetzes nicht arbeitet - und das tun auch die meisten öffentlich-rechtlich Beschäftigen nicht - braucht ihn auch nicht nochmals freizubekommen. Die Richter am OGH bezogen das natürlich nicht auf die Beamten - sonst hätten sie sich ja selbst einen Nachteil zugefügt.

Faktum ist, dass nach wie vor alle Beamten einen Feiertag der nach konsumierter Urlaubswoche auf einen Samstag fällt, ersatzweise gutgeschrieben erhalten. Nachdem der Statistik zufolge jährlich zumindest ein Feiertag auf einen Samstag fällt und die Beamten gewiefte Urlaubsmathematiker sind, fallen dem Steuerzahler enorme Kosten für ein unsinniges Privileg an. Die Schätzungen liegen jedenfalls bei mehr als einer Milliarde Schilling pro Jahr.

Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) rät der Vizekanzlerin neben den großen Brocken, vielleicht auch die Peanuts aufs Korn zu nehmen. Das fängt bei der bezahlten Beamtenmittagspause an und reicht bis eben zu den angeführten "Gespensterurlaubstagen".

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