ARBÖ: Überschätzung der Autosicherheitstechnik und des Fahrkönnens führen oft zu Massenkarambolagen

Wien (ARBÖ) - Ob auf der West- oder Südautobahn, Massenkarambolagen sind auf Österreichs Autobahnen keine Seltenheit. "Die Sicherheit durch die Autotechnik so wie das
eigene Fahrkönnen werden oft überschätzt. Denn auch für sämtliche Stabilisierungs- und Hilfseinrichtungen im Fahrzeug wie ABS, ESP, Allradantriebe gelten die physikalischen Grenzen", betont ARBÖ-Techniker Erhard Lenz.

Wer sich bei schlechter Sicht durch Nebel, Schneefall oder Strassennässe ausschließlich an den Rücklichtern des Vordermannes orientiert und nicht einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhält, verursacht schnell einen Auffahrunfall und in weiterer Folge eine Massenkarambolage. "Diese Dinge nicht einzuhalten, kann tödlich sein", so ARBÖ-Techniker Lenz.

Sicherheitsabstand einhalten

Bei Straßennässe, Eisglätte und Schnee verlängert sich der Bremsweg nahezu "unendlich" als auf trockener Fahrbahn. Die Faustregel für den richtigen Sicherheitsabstand - Geschwindigkeit durch zwei ergibt den Sicherheitsabstand - hat daher bei
eisglatter oder schneebedeckter Fahrbahn keine Gültigkeit, warnt der ARBÖ.

Für ARBÖ-Techniker Lenz ist das Wichtigste, "dass die Kraftfahrer vor allem ausreichenden Sicherheitsabstand halten, die Geschwindigkeit reduzieren und defensiv fahren, sobald sich Straßen- und Witterungsverhältnisse abrupt ändern."

Wer zahlt den Schaden?

Die Verschuldensfrage nach Massenkarambolagen ist meist nur
sehr schwierig zu klären. Bei Unfällen in Österreich beauftragt der Versicherungsverband in solchen Fällen eine bestimmte Versicherungsgesellschaft mit der Abwicklung des Schadens. Beim Versicherungsverband erfahren Betroffene, welche Versicherung für sie zuständig ist. "Die Chancen sind allerdings gering, nach Massenunfällen den gesamten Schaden ersetzt zu bekommen", betonen die ARBÖ-Verkehrsjuristen. Zumeist wird eine Teilschuld von 25 bis 50 Prozent angenommen. Dies bedeutet in der Praxis leider, dass
man den eigenen Schaden fast immer zu einem großen Teil selbst zu tragen hat.

Es sei denn, man hat eine Vollkaskoversicherung erklärte der ARBÖ. Aber auch hier kann es problematisch werden: War das Auto
nur mit Sommerreifen unterwegs, dann könnte es sein, dass die Vollkaskoversicherung nicht zahlt. Als Begründung wird meist angegeben, man handle grob fahrlässig, wenn man bei derartigen Straßenverhältnissen ohne entsprechende Ausrüstung unterwegs sei.

Für die Haftpflichtversicherung sollte nach Ansicht der ARBÖ-Versicherungsexperten ein solcher Grund nicht gelten, weil es in Österreich keine generelle Verpflichtung gibt, Winterreifen zu verwenden. Die Haftpflichtversicherung muss also auch dann zahlen, wenn man sich mit Sommerreifen ins Schneechaos gestürzt hat.

Übrigens: Keine Versicherung fühlt sich zuständig, wenn wegen blockierter Hauptverkehrsrouten oder verspäteter Verkehrsmittel Verdienstentgang entsteht, Geschäftstermine versäumt oder gebuchte Karibikflüge verpasst werden. Auch eine Schadenersatzklage wird hier aufgrund "höherer Gewalt" scheitern.

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