Außenhandelsbilanz 2000: Exporte nahe an der 1.000 Mrd-Schallmauer

Leitl: Geringstes Handelsbilanzdefizit seit 1945

Wien (PWK006) - Österreichs Exporteure konnten im Jahr 2000 weltweit Waren im Wert von rund 1.000 Mrd Schilling verkaufen. Wirtschaftskammer Österreich-Präsident Christoph Leitl spricht aufgrund einer Projektion der WKÖ-Außenwirtschaftsorganisation für das Gesamtjahr von einer Exportsteigerung von 18 Prozent, "womit wir nur rund 20 Mrd unter der 1.000 Mrd Schilling-Schallmauer liegen. Da die Importe mit +15 Prozent auf 1.030 Mrd Schilling geringer wuchsen als die Exporte, konnte Österreichs Handelsbilanzdefizit von 8,4 auf 5,6 Prozent des Exportvolumens reduziert werden. Dies bedeutet das niedrigste Außenhandelsdefizit seit 1945", freut sich Leitl.

Die gute Konjunkturlage in Mittel- und Osteuropa, die Hochkonjunktur in den USA sowie die durchwegs passable Konjunkturentwicklung in der EU auf der einen, die günstige Euro/Dollar-Parität auf der anderen Seite tragen wesentlich zu diesem Erfolgsergebnis bei. In die EU, die fast zwei Drittel der österreichischen Exporte aufnimmt, gleichzeitig aber auch Hauptverursacher unseres Handelsbilanzdefizits ist, nahmen die Ausfuhren um 12 Prozent, die Einfuhren erfreulicherweise nur um 10 Prozent zu. Überdurchschnittlich intensivierte sich der Außenhandel mit den mittel- und osteuropäischen Ländern: Exportplus von 23 Prozent, Importplus von 29 Prozent. Während Nordamerika mit einem Exportanstieg von 33 Prozent weiterhin eine Boomregion darstellt und Asien mit fast 20 Prozent Ausfuhrsteigerung ebenfalls gut im Rennen liegt, schnitt Lateinamerika mit plus 9 Prozent nur mäßig ab.

"Das insgesamt ausgezeichnete Exportergebnis 2000 darf uns allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Österreich nach wie vor Schwächen in seiner Exportstruktur aufweist, die es auszumerzen gilt", mahnt Leitl. Österreich wickelt außerhalb Europas nicht einmal ein Fünftel seines Exportgeschäfts ab. "Rund 80 Prozent der Exporte gehen in nur 12 Staaten", nennt Leitl das augenfälligste Manko des heimischen Außenhandels und vergleicht es mit Deutschland und den Niederlanden, wo es 20 Länder, im Fall Dänemark sogar 27 sind. Besonders schwach sei die Präsenz auf den Überseemärkten wie Lateinamerika, wo der Anteil an den österreichischen Weltexporten 2000 nur 1 Prozent betrug. Auch nach Asien seien die Ausfuhren mit einem Anteil von 5,8 Prozent noch unterentwickelt.

"Der Export ist Österreichs Wohlstandsmotor Nummer eins, der jeden dritten Arbeitsplatz, also rund eine Million Beschäftigte in unserem Lande sichert", betont Leitl und will daher die Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft vor allem durch drei Maßnahmen fördern:

1. Spezielle Konzentration auf die Beratung und Motivation von Klein-und Mittelbetrieben in den Export zu gehen. Im Rahmen eines "Export-Fit-Programmes" bietet die Wirtschaftskammer Österreich ein konkretes und strukturiertes Beratungsprogramm für KMU.

2. Verstärkter Aufbau von Marketing-Kleinbüros der Außenwirtschaftsorganisation "Damit können wir gezielter auf die Bedürfnisse der österreichischen Exportunternehmen vor Ort eingehen. Im Rahmen der Exportoffensive der Bundesregierung konnte die WKÖ innerhalb von zwei Jahren bereits 17 solcher Büros erfolgreich einsetzen."

3. Mit Clustern auf Weltmärkte! Wir müssen die Kräfte bündeln, speziell als klein- und mittelbetrieblich strukturiertes Land. Exportfirmen einer Branche - zB im Bereich Lebensmittel, Wasserwirtschaft, etc. - schließen sich zusammen um auf Exportmärkten gemeinsam, gleichsam als eine Marke bzw. Großunternehmen, aufzutreten. Kooperation und Synergieeffekte treten anstelle von Konkurrenzdenken und Einzelkämpfertum.

"Diese Maßnahmen gepaart mit unseren sonstigen vielfältigen internationalen Aktivitäten der Außenwirtschaftsorganisation und ihrem Außenhandelsstellennetz sind unser Beitrag die Zahl der derzeit rund 15.000 Exportfirmen in den nächsten drei Jahren zu verdoppeln und die Exportquote von derzeit 30,8 (1999) Prozent auf 40 Prozent zu erhöhen", erklärt der Wirtschaftskammerpräsident. Gleichzeitig verweist er darauf, dass auch unterstützende Maßnahmen der österreichischen Regierung notwendig sein werden um dieses Ziel tatsächlich zu erreichen. (Ne)

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