"Neue Zeit" Kommentar: "Verlust" (von Litsa Kalaitzis)

Ausgabe vom 5. 1. 2001

Graz (OTS) - Missverständnisse scheinen im blauen
Sozialministerium zur Gewohnheit zu werden. Zur Erinnerung: Im Juni füllte Sozialministerin Elisabeth Sickl mit ihrem Vorstoß nach einer weiteren Pensionsreform zwei Wochen lang das Sommerloch, bis sie erklärte, von der üblicherweise durchaus korrekt agierenden Austria Presse Agentur falsch zitiert worden zu sein. Ähnlich lange dauerte auch die weihnachtliche "Schrecksekunde" ihres Nachfolgers, der gestern mit seiner Klarstellung überraschte, niemals drei Jahre Kindergeld für alle gefordert zu haben.

Dennoch gibt es einen Unterschied: Während die zu diesem Zeitpunkt schon ablösereife Sickl auch aus ihren eigenen Parteireihen hauptsächlich Schelte für ihre Idee geerntet hatte, legten sich für den Haupt-Vorstoß nicht nur der Kärntner Landeshauptmann, sondern auch die Generalsekretärin und zuletzt sogar die urlaubende Parteichefin ins Zeug. Mehr Geld für das Volk lässt sich halt besser propagieren als ein weiteres Minus. Wenngleich es verwundert, dass ausgerechnet Herbert Haupt, der mitunter sogar von der Opposition als Experte anerkannt wird, diese Masche so lange probierte, bis der ÖVP-Widerstand zu groß wurde.

Dass ihr Sozialminister durch sein tagelanges Schweigen auch sie an der Nase herumgeführt hat, wird die freiheitliche Partei trotzdem weniger schmerzen als dass sie mit der gestrigen "Klarstellung" eines ihrer Wahlzuckerl und somit ein weiteres Stück ihrer Glaubwürdigkeit verloren hat.

Rückfragenhinweis: Neue Zeit
Tel.: 0316/2808-306

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PNZ/OTS